Rio Tinto will Alcan
Kommentar: Glänzendes Aluminium

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Die großen Bergbaukonzerne haben aus ihrer Geschichte gelernt. Die Milliardengewinne aus dem Rohstoffboom der Siebzigerjahre steckte Rio Tinto – damals noch unter dem Namen RTZ – in Zement- und Chemiefabriken und die Öl- und Gasindustrie. Mit wenig Erfolg. Im gegenwärtigen, historisch langen Rohstoffboom expandiert Rio Tinto lieber seitwärts. Der britisch-australische Konzern will mit der Übernahme der kanadischen Alcan sein im internationalen Vergleich relativ kleines Aluminiumgeschäft zur Nummer eins ausbauen.

Im Moment sind die Renditen von Alcan deutlich schwächer als jene, die Rio Tinto selber erwirtschaftet. Doch viele Analysten rechnen damit, dass der Aluminiumpreis seine besten Jahre vor sich hat, während manch andere Metalle aus dem breiten Angebot von Rio Tinto ihre stärksten Jahre womöglich hinter sich haben. Außerdem dürften sich die Renditen bessern, wenn das Verpackungsgeschäft verkauft und die Produktion von Rohaluminium an Orten mit billiger Energie konzentriert ist.

Setzt sich Rio Tinto durch, dann stehen auch andere Rohstoffkonzerne vor der Entscheidung, entweder aus dem Alu-Business auszusteigen oder selber zuzukaufen. Die offensichtliche Antwort des Rohstoff-Weltmarktführers BHP Billiton wäre ein Kauf des US-Konzerns Alcoa, der mit seinem unerwünschten Kaufangebot für Alcan das Karussell erst angeschoben hat.

Dirk Hinrich Heilmann
Dirk Heilmann
Handelsblatt / Chefökonom

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