Rücktritt von T-Systems-Chef Pauly
Eine gute Nachricht für die Telekom

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Telekom-Chef René Obermann hat derzeit wahrlich alle Hände voll zu tun: Dopingskandal im Radler-Team Telekom, seit drei Wochen Streik in Deutschland, Berichte über schlechten Kundenservice und dazu noch ein anhaltender Kundenschwund im Festnetz. Nun auch noch der Rücktritt von T-Systems-Chef Lothar Pauly, ist man geneigt zu sagen. Das aber wäre falsch. Paulys Rücktritt ist für die Deutsche Telekom kein neuer Brandherd, sondern die Lösung eines potenziellen Problems. Zwar gibt es noch keine Beweise dafür, dass Pauly sich bei Siemens tatsächlich etwas zu Schulden hat kommen lassen. Aber der Verdacht bleibt und ebenso der öffentliche Druck.

Aufsichtsratchef Zumwinkel und Obermann tun gut daran, diesen möglichen Krisenherd zu beseitigen, bevor Beweise womöglich Fakten schaffen. Zwar hätte Obermann schon früher Gelegenheit dazu gehabt – schließlich hat er bei seinem Amtsantritt Anfang November seine neue Vorstandsmannschaft zusammengestellt. Damals hielt er an Pauly fest, obwohl die Siemens-Affäre bereits voll entbrannt war. Vermutlich wollte Obermann damals nicht allzu viele Baustellen gleichzeitig aufmachen. Schließlich hat er bereits einen neuen Festnetz- und Mobilfunkvorstand benannt und im Telekom-Reich sind ausgemachte IT-Experten, die Pauly hätten ablösen können auch nicht leicht zu finden.

Dass Pauly jetzt geht, obwohl gar keine neuen Beweise gegen ihn vorliegen, deutet aber auch darauf hin, dass die Partnersuche bei T-Systems offenbar bereits kurz vor dem Abschluss steht. Finanzkommissar Karl-Gerhard Eick übernimmt nun kommissarisch Paulys Posten. Als Chef der Telekom-Kasse ist er ohnehin für die Durchführung von Fusionen und Übernahmen zuständig. Es scheint, als hätte Pauly die Kernerarbeit bei der Partnersuche gemacht und nun reicht es, dass Eick die Abwicklung übernimmt.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid

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