RWE
Gefährliches Machtvakuum

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Zuerst waren es Gazprom und Enel, dann waren es Hedge-Fonds – jetzt ist es Electricité de France (EdF). RWE steht einmal mehr im Mittelpunkt von Übernahmespekulationen. Fakt ist, es gibt dafür keinerlei Bestätigung – im Gegenteil sogar teilweise Dementis. Fakt ist aber auch, die Gerüchte kommen nicht von ungefähr. RWE ist anfällig geworden.Dass EdF eine Übernahme von RWE durchspielt, wäre nicht weiter überraschend. In der Energiebranche läuft die Fusionswelle auf Hochtouren. Die Großen der Branche liefern sich um die etwas kleineren einen heftigen Wettstreit – der erbitterte Kampf zwischen Eon und Enel um Endesa hat dies anschaulich verdeutlicht. Mit Übernahmen versuchen sie, sich für die Liberalisierung des europäischen Energiemarktes zu wappnen und im Ausland zu positionieren. Branchenprimus EdF ist auch schlagkräftig genug, um dabei mitzumischen.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine Offerte aber äußerst unwahrscheinlich. Die staatlich kontrollierte EdF ist durch den Wechsel des Staatspräsidenten und die bevorstehenden Parlamentswahlen sichtbar gelähmt.Die Spekulationen verdeutlichen aber, in welche Situation sich RWE manövriert hat. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren durch geschickte Verkäufe zwar den hohen Schuldenberg abgetragen. Mit den dadurch angehäuften Finanzreserven im zweistelligen Milliardenbereich kann ein Angreifer einen Teil des Kaufpreises aber wieder hereinholen.

Und während in Europa die Fusionswelle rollt, RWE von den Investmentbanken taxiert wird, leistet sich der Konzern ein gefährliches Machtvakuum. Der Wechsel an der Vorstandsspitze von Harry Roels zu Jürgen Großmann ist zwar beschlossen, wird aber erst Anfang 2008 vollzogen. Für interessierte Konkurrenten ist das eine willkommene Einladung.

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