SachsenLB
Analyse: Fluch der Eitelkeit

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Politiker raus: Der Staat hat nichts in den Landesbanken verloren. Er muss die Institute in die Freiheit entlassen. Das hat der aktuelle Fall SachsenLB mit aller Brutalität gezeigt.

Um eine Pleite zu verhindern, bürgt der Freistaat Sachsen mit mehreren Milliarden und stellt auch noch eine Geldspritze zur Verfügung. Derart ausgestattet, lässt die Landesbank Baden-Württemberg das Institut bei sich unterschlüpfen. Und die Sachsen verfluchen den Tag, an dem sie sich in das Abenteuer Landesbank gestürzt haben. Das Geld hätten sie besser in Bildung oder Infrastruktur angelegt.

Ohne die Landesregierungen gäbe es schon lange keine acht Landesbanken mehr. Platz ist vielleicht für zwei, maximal für drei. Doch wie sieht die Realität aus? Bis heute braucht jeder Landesfürst, der etwas auf sich hält, seine eigene Landesbank, das verlangt die Eitelkeit. Als ob sich die Welt in der Finanzbranche in den letzten Jahren nicht weitergedreht hätte. Als ob die Banken nicht von Profis geführt und beaufsichtigt werden müssten. Als ob nicht jedes Institut sein eigenes Geschäftsmodell benötigte, um genug Geld zu verdienen und damit auf Dauer überleben zu können.

Es reicht eben nicht aus, die Bankgeschäfte eines Bundeslandes abzuwickeln und als Zentralbank der Sparkassen zu agieren. Und im lukrativen Wertpapiergeschäft sind die meisten Landesbanken einfach zu klein. Die begehrten Kunden aus dem Mittelstand müssen sie sich mit den Sparkassen teilen. Kurzum: Die Landesbanken finden sich eingezwängt zwischen Politik und Sparkassen.

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