Salzgitter
Vorbild Heuschrecke

Der Stahl- und Röhrenhersteller Salzgitter hat ein Luxusproblem: Nach mehreren glänzenden Jahren in Folge hat der Konzern mehr als zwei Milliarden Euro auf der hohen Kante. Allerdings weiß der Vorstand nicht so recht, was er mit dem vielen Geld anfangen soll. Die Prämien, die derzeit bei Übernahmen in der Branche bezahlt werden, hält das Management erklärtermaßen für überteuert. Deshalb vollzieht es nun einen überraschenden Strategiewechsel: Mit dem Kauf der Klöckner-Werke steigt Salzgitter in den Maschinenbau ein. Der Schritt erinnert an den Anlagenotstand der deutschen Energieversorger vor 20 Jahren. Weil die Strombosse damals befürchteten, dass mit der Liberalisierung der europäischen Energiemärkte ihre üppigen Monopolgewinne schrumpfen, investierten sie in ein völlig neues Geschäftsfeld: die Telekommunikation. Das ging allerdings gründlich schief, weil die Strommanager von diesem Geschäft absolut keine Ahnung hatten. Hinzu kam, dass an der Börse ab Ende der 90er-Jahre klar auf ein Kerngeschäft fokussierte Konzerne modern wurden. Die Aktien von Konglomeraten mit einem breiten Betätigungsfeld werden seitdem häufig mit heftigen Kursabschlägen bestraft.

Dass Salzgitter mit dem Einstieg in den Maschinenbau den eigenen Aktienkurs schwächen will, scheint ausgeschlossen. Auch deshalb stellt sich die Frage, wie nachhaltig die neue Orientierung ist. Mit einem Anteil von künftig bestenfalls 15

Markus Hennes
Markus Hennes
Handelsblatt / Teamleiter Sport
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