SAP
Kommentar: Peinlich und gefährlich

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Oracle-Chef Larry Ellison ist kein Mann der leisen Töne. Der Milliardär aus den USA nimmt den Mund gerne voll – manchmal auch zu voll. Umso überraschender ist es, dass der Unternehmer mit seinen vor einem Vierteljahr geäußerten, schweren Vorwürfen gegen SAP im Kern wohl richtig liegt. Eine amerikanische Tochter des deutschen Sortwarekonzerns hat unerlaubt auf Oracle-Daten zugegriffen.

Für SAP ist die Sache extrem peinlich. Und wahrscheinlich auch schlecht fürs Geschäft. Peinlich, weil der Konzern bis zuletzt alle Anschuldigungen vehement zurück gewiesen hat. Offenbar war dem Management nicht bewusst, was hinter seinem Rücken passiert ist.

Gefährlich, weil Kunden durch den Vorgang verunsichert werden könnten. Denn der Fall wird Schlagzeilen machen und sich in der Branche schnell herumsprechen.

Dazu kommt, dass solches Fehlverhalten gerade in Amerika weitreichende Folgen haben kann. In keinem Land werden die Regeln ordentlicher Unternehmensführung so streng überwacht wie in den USA. Neben einer Strafe in einem Zivilprozess mit Oracle droht SAP auch ein Strafverfahren. Das würde noch zusätzlich für negative Berichterstattung sorgen.

Der Gewinner ist in jedem Fall Oracle. Ellision hat in diesem Fall bewiesen, dass seine oft so markigen Worte doch Substanz haben können.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München

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