SAP
Ruhig Blut

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Es braucht momentan nicht viel, um die Börse zu erschüttern. Um 70 Millionen Dollar verfehlte der US-Softwarekonzern Oracle im dritten Quartal die Umsatzprognosen der Analysten. Das ist nicht viel angesichts des Umsatzes von 5,3 Milliarden. Doch es reichte aus, um den Aktienkurs des Unternehmens in den Keller zu schicken – und den des deutschen Konkurrenten SAP gleich mitzureißen.

Die Börse reagierte heftig, weil die Software-Branche als vergleichsweise sicherer Hafen galt. Diese Hoffnung scheint sich durch die Oracle-Zahlen zu zerschlagen. Doch so finster, wie die Anleger es sehen, sind die Aussichten besonders der SAP nicht. Bislang deuten die Oracle-Zahlen lediglich auf eine leichte Zurückhaltung der US-Unternehmen bei der Anschaffung neuer Programme hin. Ob sie ihre Investitionen stark herunterfahren, ist noch nicht ausgemacht.Selbst wenn die amerikanischen Firmen ihre Budgets zusammenstreichen, wäre SAP davon nur begrenzt betroffen. Die Walldorfer erwirtschaften knapp 30 Prozent ihres Umsatzes in den USA, deutlich weniger als Oracle.

Zudem wurzeln die Probleme Oracles vor allem im Geschäft mit speziellen Anwendungen, etwa für Abrechnungswesen und Personalmanagement. In diesem Bereich hat Konzernchef Larry Ellison wie wild dazugekauft – offenbar mehr, als seinem Unternehmen guttut. SAP setzte dagegen auf seine eigene Kraft. Das dürfte sich jetzt auszahlen. Für SAP-Chef Henning Kagermann ist der Kurssturz dennoch ärgerlich. Die Aktie hatte sich nach langer Talfahrt zuletzt wieder etwas erholt. Und Kagermann will zu seinem wahrscheinlichen Ausscheiden im nächsten Jahr keinen dümpelnden Kurs hinterlassen.

Till Hoppe
Till Hoppe
Handelsblatt / Europa - Korrespondent in Brüssel

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