Scor / Converium
Kommentar: Zwei Schwache verbünden sich

DÜSSELDORF. Scor-Chef Denis Kessler hat es geschafft: Nach einer erbitterten Abwehrschlacht kann er den Schweizer Konkurrenten Converium nun voraussichtlich übernehmen. Zuletzt dürfte schlicht das Geld den Ausschlag gegeben haben, nachdem die Franzosen noch einmal aufgestockt haben. Bei Converium bestimmen institutionelle Investoren den Aktionärskreis. Gegen deren Interessen kam das Schweizer Management auf Dauer nicht an. Und die Hoffnung auf einen "weißen Ritter", der Converium vor der Übernahme schützen sollte, war wohl von Anfang an verfehlt: Außer Edelmut zu demonstrieren, hätte niemand etwas von einer derartigen Aktion gehabt.

Im Grunde verbünden sich hier zwei immer noch schwache Unternehmen. Scor und Converium haben beide eine schwere Krise hinter sich, aus der sie sich beide allerdings wieder freigekämpft haben. Trotzdem haben sie einen schweren Stand gegen Riesen wie Schweizer Rück und Münchener Rück, aber auch gegen einen Konkurrenten wie die Hannover Rück, die eine weitaus schnörkellosere Unternehmensgeschichte aufzuweisen hat.

Auf den ersten Blick erscheint es daher durchaus sinnvoll, dass zwei kleinere Anbieter ihre Kräfte bündeln. Der erbitterte Abwehrkampf der Schweizer lässt aber nichts Gutes erahnen. Die Tatsache, dass die Chefin von Converium und ihr Finanzvorstand ihren Abgang angekündigt haben, lässt Zweifel daran übrig, wie das Converium-Management den versprochenen "reibungslosen" Übergang zur neuen Konzernstruktur unterstützten will. Außerdem ist zwar richtig, dass Converium und Scor sich ganz gut ergänzen – die Schweizer sind zum Beispiel auch auf dem deutschen Markt vertreten, die Franzosen stark bei sich zu Hause. Aber viele kleine Marktnischen zusammengerechnet ergeben noch keine starke Positionierung für den neuen Gesamtkonzern. Kessler, dem es nicht an Selbstbewusstsein gebricht, hat einen schweren Job vor sich.

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