Siemens
Kommentar: Das Schlimmste kommt erst noch

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Der Titel des Dokuments, das Siemens heute Morgen veröffentlicht hat, ist betont nüchtern: „Rechtsstreitigkeiten – Geschäftsjahr 2007“. Doch der Inhalt ist viel brisanter, als es auf den ersten Blick scheint. Denn auf 13 Seiten gibt Siemens einen tiefen Einblick in den Korruptionssumpf, in dem der Traditionskonzern steckt. Unglaubliche 1,3 Milliarden Euro haben die Ermittler inzwischen an dubiosen Zahlungen entdeckt. Das sind über 800 Millionen Euro mehr, also bisher bekannt waren.

Es geht um Korruption, um Untreue, um Geldwäsche und Steuerhinterziehung. Dazu kommt, dass Siemens allein im abgelaufenen Quartal knapp 160 Millionen Euro für die Anwälte ausgeben musste, die das Unternehmen von außen zur Aufklärung der Vorgänge eingekauft hat.

Angesichts der gigantischen Summen ist klar: Auf Siemens werden schon bald enorme Belastungen zukommen. Beobachter gehen davon aus, dass allein die US-Behörden einen Jahresgewinn als Buße aussprechen könnten. Dazu kommen die Ermittlungen in Deutschland und vielen anderen Ländern, wo neben Strafen auch Steuernachzahlungen drohen.

Doch das ist noch nicht alles: Siemens muss auch um seinen guten Ruf fürchten. Wenn rund um den Globus gegen das einstige Vorzeigeunternehmen ermittelt wird, dann leidet das Image.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München

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