Siemens
Kommentar: Löscher macht Tempo

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Es gibt Neues aus dem Hause Siemens: Die schwarzen Kassen sind wohl viel größer als gedacht und es gab sie nicht nur bei der Telekommunikationssparte. Erst vergangene Woche durchsuchte die Staatsanwaltschaft Standorte der Kraftwerksparte. Auch die unabhängigen New Yorker Rechtsanwälte sind offenbar bei den Kraftwerksbauern fündig geworden. Noch aber gilt die Unschuldsvermutung.

Das Geschäftsfeld ist hoch sensibel. Die Sparte verkauft Großanlagen, Abnehmer sind staatliche oder halbstaatliche Auftraggeber. Solche Beziehungen waren schon immer anfällig für gegenseitige Gefälligkeiten. Eigentlich ist es schon erklärungsbedürftig, warum ausgerechnet dieses Siemens-Geschäft ohne Schmiergelder ausgekommen sein soll. Gleiches gilt für die Bahnsparte oder die Medizintechnik, die ebenfalls von den New Yorker Aufklärern unter die Lupe genommen werden.

Es ist wohl auch der Druck des neuen Siemens-Chefs Peter Löscher, der jetzt Tempo in die Aufklärung bringt. Löscher darf nicht den Hauch eines Zweifels aufkommen lassen, dass Siemens die Aufklärung behindert. Denn noch immer drohen Strafen auf dem US-Markt. Sollte Siemens dort von öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen werden, käme das einer Katastrophe für den Konzern gleich.

Ein Ende des Skandals ist daher nicht abzusehen, Löschers Position wird mit jeder Enthüllung stärker. Denn es sind die Skandale die Vergangenheit, die der Neue jetzt aufdeckt.

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