Siemens
Kommentar: Weitere Köpfe werden rollen

Der Abschied von Siemens-Kommunikationschef Janos Gönczöl hat hohen Symbolwert. Er gehört zwar nicht unmittelbar dem Vorstand an, gehört aber zum engsten Umfeld des scheidenden Vorstandsvorsitzenden Klaus Kleinfeld.

Dass der Chef der Kommunikationsabteilung nur kurze Zeit nach der Rücktrittsankündigung von Klaus Kleinfeld ausgetauscht wird, macht für jeden deutlich, mit welch hohem Tempo der personelle Neuanfang bei Siemens versucht wird. Und dahinter steht eine einzelne Person: der neue Siemens-Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Cromme. Er hat den großen Vorteil, dass er von außen kommt und ohne jede Rücksicht auf alte Seil- und Bekanntschaften innerhalb des Konzerns aufräumen kann. Crommes eiserner Besen ist unerbittlich: Wer seine Leistung nicht bringt oder wer auch nur im leisesten Verdacht steht, in eine der verschiedenen Korruptionsaffären verstrickt zu sein, der wird wahrscheinlich schon bald seinen Schreibtisch aufräumen dürfen.

Klar ist jedenfalls, dass Kommunikationschef Gönczöl nicht der letzte Siemens-Manager aus der Konzernführung sein wird, der das Unternehmen verlassen muss. Es wird noch der eine oder andere folgen, Cromme sorgt schon dafür.

Dies ist ein schmerzlicher Prozess für die Betroffenen, aber auch für den gesamten Konzern. Aber Cromme hat einfach keine Alternative. Nur wenn er den Neubeginn jetzt tatsächlich innerhalb kurzer Zeit schafft, hat der Konzerne eine realistische Chance, bald wieder aus den Schlagzeilen herauszukommen. Und dann kann sich das Unternehmen endlich auf das Wesentliche konzentrieren: Gute Produkte herzustellen, die den wirtschaftlichen Erfolg garantieren. Denn das kann Siemens, das steht völlig außer Zweifel.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie
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