Sog der Finanzkrise
Jetzt erwischt es auch die HSBC

Die HSBC ist nicht nur die größte Bank Europas – sie schien auch die Finanzkrise deutlich besser zu überstehen als die meisten anderen Geldhäuser. Doch damit ist es nun offenbar vorbei: Jetzt geht auch die HSBC-Aktie auf Talfahrt. Eine Analyse über die Gründe.
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Jetzt also auch HSBC. Die größte Bank Europas war bislang ein Hort der Stabilität in der Finanzkrise, und das mit gutem Grund. Vorsicht im Investmentbanking, und vor allem die vielen Milliarden an Spareinlagen, rund um den ganzen Globus, die für eine stabile Refinanzierung sorgen, unterschieden den britischen Branchenprimus positiv von der arg gebeutelten Konkurrenz.

Doch jetzt stürzt auch die HSC Aktie ab, mehr als 15 Prozent Wertverlust in der vergangenen Woche und allein heute ging es an den asiatischen Börsen noch einmal um rund zehn Prozent abwärts. Auch für diesen Absturz gibt es gute Gründe, zum Beispiel das starke Engagement der Briten in Hongkong, Analysten fürchten, dass die ehemalige Kronkolonie in den Sog der befürchteten welteiten Rezession geraten wird.

Wichtigster Grund für den Kursrutsch ist aber, das US-Geschäft von HSBC. In den Büchern von HSBC North America schlummern noch große Bestände an Subrime-Krediten. Glaubt man den Analysten, dann stehen die derzeit mit 30 Mrd. Dollar mehr in der Bilanz, als sie am Markt wert sind.

Wenn HSBC diesen Betrag abschreiben müsste, würde auch die Kapitalbasis der bislang so soliden Briten plötzlich löchrig. Die Anleger fürchten offenbar schon jetzt, dass auch HSBC frisches Geld braucht. Langsam drängt sich der Verdacht auf, dass es vor der Kreditkrise kein Entkommen gibt, auch für die bisher Klassenbesten nicht.

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