Solarstrom
Falscher Glanz

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Die Unternehmen der Solarbranche tun exakt das, was betriebswirtschaftlich geboten ist: Sie verkaufen ihre Produkte zu möglichst hohen Preisen und steigern ihre Renditen von Jahr zu Jahr. Mittlerweile haben sie in einigen Fällen Werte von über 40 Prozent erreicht. Jeder einzelne Stromverbraucher trägt gezwungenermaßen zum Erfolg der Unternehmen bei. Denn wir alle bezahlen den Sonnenstrom, weil das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) es so will. Die Politik ist gefordert, die Solarstromförderung auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren.

Das EEG hat durchaus Positives bewirkt. Es hat dazu beigetragen, den Strom aus Wind, Wasser, Sonne, Biomasse oder Erdwärme zu einer ernstzunehmenden Größe aufzubauen. Es hat neue Branchen entstehen lassen, die Zehntausende Arbeitsplätze geschaffen haben und große Exporterfolge erzielen. Doch nun stößt das System an seine Grenzen.

Das gilt besonders für die Solarstromförderung. Sie entwickelt sich zu einem Fass ohne Boden. Da der EEG-Mechanismus keine Deckelung kennt, können noch unendlich viele Anlagen auf die Hausdächer geschraubt werden. Üppige Einspeisevergütungen sind den Anlagenbetreibern für 20 Jahre sicher. Die großzügig bemessenen Vergütungen für den Solarstrom machen den Betrieb der Anlagen selbst unter ungünstigsten Bedingungen rentabel und sichern den Herstellern eine hohe Nachfrage.

Die erfolgsverwöhnten Solaranlagenhersteller können ihre Renditeerwartungen nicht auf die Spitze treiben. Mit der hohen Akzeptanz, den der Ökostrom in der Bevölkerung genießt, könnte es sonst rasch vorbei sein. Das darf den Unternehmen nicht egal sein. Sie sollten sich daher auf drastische Einschnitte bei den Vergütungen einlassen oder aber eine Deckelung des Anlagenbaus akzeptieren.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

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