Somalia
Krieg der Stellvertreter

Auf den ersten Blick gleicht der Krieg in Somalia einem Regionalkonflikt. Doch in Wahrheit hat er eine globale Dimension.

Denn ähnlich wie der Konflikt im Sudan liegt er auf der Schnittstelle zwischen islamischer und christlicher, zwischen arabischer und afrikanischer Welt. Das sollte alle Akteure zu besonderer Vorsicht mahnen. Denn die Gefahr ist groß, dass sich der Krieg in Somalia durch die Einmischung äthiopischer Truppen zu einem Stellvertreterkrieg auswächst. Die empörte Reaktion der arabischen Welt auf die Einmischung Äthiopiens und die gescheiterte Verurteilung durch den Uno-Sicherheitsrat sind erste Warnsignale. Zwar kann formal argumentiert werden, dass die von den Islamisten gestürzte Übergangsregierung in Somalia die Hilfe selbst angefordert hat. Doch in der arabisch-islamischen Welt entsteht der Eindruck, der Westen, Russland und China würden zwischen „guten“ und „schlechten“ Invasionen unterscheiden. „Gut“ und nicht verurteilenswert erscheinen offenbar jene gegen islamistische Regime, weil man sie in den großen und vieles entschuldigenden Rahmen des Kampfs gegen den Terror einordnet.

Von der Hand zu weisen ist dieser immer wiederkehrende Vorwurf der doppelten Standards nicht, auch wenn es die Islamisten waren, die die Krise durch den Sturz der Übergangsregierung in Somalia auslösten und damit Ängste auch in den Nachbarstaaten weckten. Aber eine einseitige Inschutznahme der Äthiopier könnte schnell zu einer Mobilisierung in der islamischen Welt führen, zum Schaden aller.

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