Sony
Gespielt wird später

Wenn es kommt, kommt es dicke. Das weiß seit gestern auch Sony-Chef Howard Stringer. Die „Spätzündung“ bei der Spielekonsole reiht sich nahtlos ein in eine Serie von schlechten Nachrichten.

Erst kurz zuvor hatte der japanische Konzern mit brennenden Laptop-Batterien für negative Schlagzeilen gesorgt. Das ist bitter, hatte Stringer den schlingernden Elektronikriesen doch gerade erst wieder einigermaßen auf Kurs gebracht. Die neuen Fernseher der Serie Bravia kommen gut beim Kunden an, ebenso die Digitalkameras. Damit schien der einstige Trendsetter den blamablen Rückstand bei den neuen digitalen Medien wieder aufgeholt zu haben.

Und jetzt dieser Fehlschuss. Die Sony-Spitze mag noch so oft betonen, dass sich die Folgen des späten Starts der neuen Playstation in Grenzen halten. Allein es fehlt der Glaube. Da ist zum einen der beinharte Wettbewerb im Konsolengeschäft. Zwar ist Sony etwa in Deutschland der unangefochtene Marktführer, doch der Rivale Microsoft ist den Japanern dicht auf den Fersen. In deren Konzernzentrale in Redmond dürften gestern die Sektkorken geknallt haben, geht das wichtige Weihnachtsgeschäft doch nun weitgehend an Sony vorbei.

Und da ist zum anderen die bange Frage, ob der Patzer bei der Spielekonsole nicht auch einen langen Schatten auf das junge Geschäft mit Blu-Ray-Videorekordern wirft? Sollte Sony wegen der Lieferengpässe bei blauen Lasereinheiten nicht genügend Geräte auf den Markt bringen, könnten die Folgen fatal sein. Schließlich steht Sony hier im Wettstreit mit dem HD-DVD-Format. Keine Frage: Sony-Chef Stringer wird das Poliertuch erneut kräftig schwingen müssen, um den alten Glanz der Marke wiederherzustellen.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
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