SPARKASSEN
Ende der Schonfrist

Gibt’s das? Die deutschen Großbanken hören tatsächlich auf zu jammern, dass sie keine Sparkassen und Genossenschaftsbanken übernehmen können!

Stattdessen kümmern sie sich endlich um den Privatkunden. Dresdner Bank und Hypo-Vereinsbank haben schon kostenlose Girokonten am Markt, die Commerzbank zieht nach und legt noch 50 Euro Startguthaben drauf. Die Deutsche Bank bastelt mit der Norisbank an einer Billigmarke und dürfte bald dem Trio folgen.

Merkwürdig ist, dass die Großbanken nun plötzlich mit Konditionen unterwegs sind, die bislang nur die Direktbanken boten und die sie selbst ins Reich der Phantasie verwiesen. Jetzt geht es! Wozu Wettbewerbsdruck – etwa von der ING Diba – doch führen kann. Für die Banken ist es nach den oftmals teuer bezahlten Ausflügen ins Investment-Banking Ende der 90er-Jahre eine Rückkehr zu ihren Wurzeln.

Die spät wiederentdeckte Kernkompetenz dürften neben den Kunden die beiden großen Verbünde der Sparkassen und Kreditgenossenschaften am deutlichsten spüren. Vermutlich werden sie den wohligen und ruhigen Zeiten, in denen sich die Großen an den Kapitalmärkten die Finger verbrannten, sehr bald nachtrauern. Für sie wird die spannende Frage sein, wie lange dieser neue Trend bei den Privatbanken hält.

Vieles spricht aber dafür, dass es kein Strohfeuer ist. Die Folge dürfte eine steigende Zahl von Fusionen innerhalb der Verbünde von Sparkassen und Genossenschaften sein. Schließlich kann man Kampfkonditionen nur begegnen, wenn man auch die entsprechende Größe hat. Und wer weiß, vielleicht wird der Leidensdruck irgendwann so groß, dass kein Weg mehr daran vorbeiführt, sich doch der Privatenkonkurrenz aus dem Aus- oder Inland zu öffnen.

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