Sparkassen
Kommentar: Applaus für die einfallsreichen Sachsen

Bravo! Die sächsischen Sparkassen befreien sich, sprengen das enge Korsett des Regionalprinzips der öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute.

Sie denken in europäischen Dimensionen und wollen sich nicht länger darauf beschränken, das Geschäft auf das Gebiet des jeweiligen Trägers, also der Kommunen oder Landkreise in Deutschland, zu beschränken. Stattdessen will die Sachsen-Finanzgruppe die Kunden vor Ort in Polen und Tschechien bedienen, wo die Felle noch nicht so restlos verteilt sind wie hier zu Lande.

Das pragmatische Beackern neuer Geschäftsfelder unterscheidet die ostdeutschen Sparkassenmanager von den Verbandsfunktionären, die ohne Rücksicht auf Verluste an Überkommenem festhalten. Dabei ist das Regionalprinzip schon durch die technologische Revolution des Internets ad absurdum geführt worden. So hat sich beispielsweise die Landesbank Hessen-Thüringen mit dem Kauf der Frankfurter Sparkasse auch deren Direktbank 1822direkt einverleibt. Mit dieser geht sie jetzt bundesweit auf Kundenfang und schert sich wenig um regionale Schlagbäume. Und auch die Bayerische Landesbank ist seit geraumer Zeit mit dem gleichen Konzept äußerst erfolgreich unterwegs.

Den einfallsreichen Sachsen muss man auch deshalb Applaus zollen, weil sie endlich das Kraftpotenzial der Sparkassen auch auf ausländische Straßen bringen. Fast hilflos sehen die Sparkassen seit Monaten dem Wildern der österreichischen Konkurrenz in ihren Hochburgen in Baden-Württemberg und Bayern zu. Nicht zuletzt auf Grund des Regionalprinzips hat der allmächtige Sparkassenverband DSGV bis heute noch keine Antwort darauf gefunden, geschweige denn eine europäische Expansionsstrategie auf die Beine gestellt. Deshalb nehmen die Sachsen die Sache selbst in die Hand.

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