Sparprogramm bei Bayer Schering: Kommentar: Der Konkurrenz hinterher

Sparprogramm bei Bayer Schering
Kommentar: Der Konkurrenz hinterher

Harte Einschnitte stehen bei dem neu formierten Pharmakonzern Bayer Schering Pharma AG bevor. Weltweit 6 100 Stellen will der Bayer-Konzern in seiner Pharmasparte abbauen, davon 1 500 in Deutschland. Das ist bitter für den hiesigen Pharmastandort. Doch eine Alternative gibt es kaum.

Es war wohl abzusehen, dass solche Pläne heftige Kritik und Proteste provozieren würden. Üüberraschend kommen sie indessen nicht. Denn den Abbau von weltweit rund 6 000 Arbeitsplätzen hatte das Bayer-Management bereits im vergangenen Jahr kommuniziert, ebenso wie das Einsparziel von rund 700 Mill. Euro.

Umfangreiche Sparmaßnahmen bei der Schering-Integration gebietet zum einen natürlich der relativ hohe Kaufpreis von 17 Mrd. Euro für das Berliner Unternehmen und die dadurch deutlich erhöhte Verschuldung von Bayer. Der Leverkusener Konzern braucht in den nächsten Jahren einen soliden freien Cashflow, um die Verbindlichkeiten zurückzuführen und weitere Investitionen in die Produkt-Pipeline zu finanzieren.

Zum anderen drängt aber auch der Rendite-Vergleich mit anderen Akteuren in der Branche zu einer beherzten Restrukturierung. Bayer Schering dürfte im vergangenen Jahr eine operative Marge von etwa 15 bis 16 Prozent erreicht haben und liegt damit um rund 10 Prozentpunkte unter dem Branchenschnitt. Der Pro-Kopf-Umsatz des neuen deutschen Pharma-Champions bewegt sich mit etwa 300 000 Dollar um gut ein Viertel unter dem Branchenschnitt.

Zudem ist die Konkurrenz gerade dabei, den Maßstab weiter nach oben zu verschieben. Branchenführer Pfizer etwa erzielte zuletzt fast eine halbe Million Dollar Umsatz pro Mitarbeiter und will seine Belegschaft dennoch um ein Zehntel verkleinern. Auch Konzerne wie Astra-Zeneca oder Abbott, die relativ solide Wachstumsraten verbuchen, bauen derzeit Stellen ab. Das alles spricht letztlich dafür, dass auch bei Bayer Schering erhebliches Potenzial für eine Stärkung der Ertragskraft schlummert.

Die Bayer-Investoren würden es Konzern-Chef Werner Wenning und dem Leiter der Pharma- und Gesundheitssparte Arthur Higgins kaum verzeihen, diese Ertragsreserven nicht zu heben. Die entscheidende Herausforderung besteht jetzt darin, dieses Manöver ohne große Reibungsverluste und Frustration zu bewältigen. Je schneller die Sparpakete also unter Dach und Fach gebracht werden können, desto größer sind die Erfolgschancen.

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