SPD-Parteitag
Kommentar: Kurts Kuschelkurs

Die Strategie von Kurt Beck, die SPD als Partei der sozialen Wärme zu definieren, ist auf dem Parteitag aufgegangen.
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Minutenlang applaudierten die Delegierten dem Parteivorsitzenden für eine Rede, die noch vor einem Monat als weiterer Beleg für den Pfälzer Problembären Beck interpretiert worden wäre. Jetzt kam es den Delegierten darauf gar nicht mehr an: Der Plan, das Arbeitslosengeld I Älteren länger zu zahlen, reicht ihnen als Symbol für soziale Gerechtigkeit – obwohl diese Wohltat deren Chancen am Arbeitsmarkt eher wieder mindern dürfte.

In den Jahren seit Schröders Agenda fehlte auf SPD-Versammlungen die Zuversicht, Wahlen gewinnen zu können. Diese Zuversicht hat Beck mit seiner Rolle Rückwärts der Partei zurückgegeben. Sein Führungsanspruch wird deshalb nicht mehr infrage gestellt. Dafür hat er soziale Wünsche geweckt, die er fortan wird bedienen müssen – zum Nutzen der SPD, nicht des Landes.

Donata Riedel ist Handelsblatt-Korrespondentin in Berlin.
Donata Riedel
Handelsblatt / Korrespondentin

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