SPD verliert vor allem an Linkspartei, CDU an FDP
Zahl der Wechselwähler steigt

Die Union und ihre Kanzlerkandidatin Angela Merkel haben vor allem in Bayern und Ostdeutschland viele Wähler verloren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Forsa-Analyse. In den neuen Bundesländern wurde die Union sogar nur drittstärkste Kraft hinter SPD und Linkspartei.

HB BERLIN. Die Union, die sehr viel schlechter abschnitt als erwartet, verlor vor allem Stammwähler an die FDP. Unter dem Strich verloren CDU/CSU rund 1 110 000 Wähler an die Liberalen. Der zweitgrößte Block der abgewanderten Unionswähler - 290 000 Stimmen - entfiel auf die neue Linkspartei. Ausgeglichen wurden diese Verluste zum Teil durch Stimmen von Wählern, die früher die SPD und Grünen, wählten, dieses Mal aber ihr Kreuz bei der Union machten.

Der SPD setzte vor allem die neue Linkspartei zu. Unter dem Strich wählte fast eine Millionen früherer SPD-Wähler die Partei von Oskar Lafontaine und Gregor Gysi. Der zweitgrößte Wählerstrom ging mit 620 000 Stimmen von der SPD zu den Unionsparteien. Per Saldo wechselten weitere 140 000 ehemalige SPD-Wähler zu den Grünen und weitere 120 000 zu den Liberalen.

Insgesamt stieg die Zahl der Wechselwähler. Die Neigung zum Parteiwechsel sei etwas gestiegen, bestätigte heute das Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap.

Von den Wählern, die sowohl bei der Bundestagswahl 2002 als auch gestern ihre Stimme abgaben, blieben 72 % der Partei treu, die sie vor drei Jahren gewählt haben. Dagegen wählten mit 28 % fast ein Drittel der Wahlberechtigten dieses Mal eine andere Partei.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%