SPD
Ypsilantix am Limes

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Schon Tacitus hatte „abgehärtete Körper und drohenden Blick“ der Chatten zwischen Main und Fulda gelobt. Und seit Gutemine Ypsilantix ihren Getreuen den roten Zaubertrank verabreicht hat, fürchten sie weder den Groll ihrer Altvorderen Klarsichthüllix und Weltökonomix noch die üblen Knechte von Presse und Atomlobby.

Immerhin 7,6 Prozent stecken in dem Aufputschmittel. So viel hat die SPD bei den Landtagswahlen hinzugewonnen, während der schwarze Rolandus viele Hinkelsteine auf den Kopf bekam. Da kann man sich nach reichlichem Genuss des Druidentranks schon mal als Sieger fühlen und von der „neuen Zeit“ träumen. Schließlich hat Häuptling Kurtnix das Stöffchen für unbedenklich erklärt.

Doch allmählich muss man sich Sorgen machen, wie nah die hessischen Genossen noch an der Realität sind. Nicht nur ist ihnen entgangen, dass Kochs Mannen am Ende doch mehr Stimmen sammeln konnten. Den Widerstand im eigenen Dorf gegen die linken Minnelieder blenden sie ebenso aus wie die grotesk dilettantische Umsetzung ihres geplanten Coups. Längst ärgern sich die Grünen andernorts schwarz, da träumen die Genossen noch vom rot-rot-grünen Wildschweinbraten.

Damit nicht genug: Insgeheim will Ypsilantix in ein paar Monaten erneut mit dem Kopf gegen den Limes laufen und sich auf den Schild der Ministerpräsidentin heben lassen. „Die spinnen, die Hessen“, denkt längst mancher Berliner Spitzengenosse. Doch Häuptling Kurtnix kriegt den Druidengeist nicht mehr in die Flasche.

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