Sportliche Globalisierung
Machtkampf am Spielfeldrand

Anders als die gesamtwirtschaftliche Lage ist die Lage auf den Fußballmärkten im "alten Europa" besser denn je. Fußballvereine in Europa drängen auf eine neue Liga und wollen sie nach US-Vorbild organisieren. Auch ökonomisch eine gute Idee.

Wirtschaftlich steht das "alte Europa" zurzeit vor einem riesigen Berg ungelöster Probleme. Die Stimmung ist daher eher gedämpft, und die meisten Menschen strotzen nicht gerade vor allzu großer Zuversicht.

Ganz anders ist die Lage jedoch auf den Fußballmärkten im "alten Europa". Die besten europäischen Ligen sind für die Fußballspieler überall auf der Welt ein heiß begehrtes Eldorado. Kein Wunder, dass sie vor allem auf Kicker aus Lateinamerika und Afrika gleichsam wie Magnete wirken. Die weltweit Besten wollen in der Premier League, der Serie A oder der Primera Division spielen. Internationale Topstars machen zwar um die Ligue 1 und die deutsche Bundesliga einen Bogen. Dennoch mangelt es auch dort nicht an sehr guten und guten ausländischen Spielern.

Doch die "heile" Welt des europäischen Fußballs scheint aus den Fugen zu geraten. Glaubt man Uefa und Fifa, sind die Feinde des "wahren" Fußballs unter uns, die "gierige" G14. Der ursprünglich von vierzehn Fußballvereinen gegründete Zusammenschluss, der heute auf 18 Vereine angewachsen ist, verlangt nach Ansicht der Fifa etwas ganz und gar Ungehöriges. Sie wollen dafür entschädigt werden, dass sie ihre besten Spieler für die jeweiligen Nationalmannschaften abstellen müssen. Oft kommen die Kicker dann am Ende müde und verletzt von Länderspielen zurück, zum Schaden ihrer Vereine. Die G14 unterstützt deshalb die Klage des belgischen Clubs Sporting de Charleroi gegen die Fifa im Falle des marokkanischen Spielers Abdelmajid Oulmers.

Die G14 wird nicht zum ersten Mal auffällig. In den Augen von Uefa und Fifa sind sie Wiederholungstäter. Mit dem Plan einer eigenständigen Europaliga eckten sie schon 1998 bei der Uefa an. Die antwortete 2002 mit einer reformierten Champions League. Und die ist auch heute wieder Stein des Anstoßes.

Die G14 fordert wieder eine zweite Gruppenphase an Stelle des K.o.-Systems vom Achtelfinale an. Tatsächlich wollen die besten Vereine in Europa aber mehr, viel mehr. Sie drängen auf eine Europaliga und liebäugeln damit, sie nach amerikanischem Vorbild zu organisieren. Die soll nicht offen, sondern geschlossen sein.

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