Sportwagenbauer
Porsche hat die Wahl zwischen Katar und Piëch

Porsche will keinen neuen Antrag bei der KfW für einen Kredit in Höhe von 1,75 Mrd. Euro mehr stellen, um seine „Glaubwürdigkeit sicherzustellen“. Die Begründung lässt tief blicken, auf eine Erkenntnis, die schon hätte früher kommen müssen. Jetzt muss sich der Sportwagenbauer auf das eigentliche Thema konzentrieren.
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Porsche will keinen neuen Antrag bei der KfW für einen Kredit in Höhe von 1,75 Mrd. Euro mehr stellen, um seine "Glaubwürdigkeit sicherzustellen". Die Begründung lässt tief blicken, auf eine Erkenntnis, die schon hätte früher kommen müssen.

Der Rückzieher ist aus einem einfachen Grund überfällig: Es ist in der Öffentlichkeit nicht vermittelbar, dass ein Hersteller von Luxusautos mit Milliardengewinnen in den vergangenen Jahren plötzlich einen Kredit von der staatseigenen Förderbank KfW bekommen will. Zumal der akute Engpass damit zusammenhängt, dass man im Januar sechs Mrd. Euro zur Aufstockung der Beteiligung an VW ausgab, obwohl die Autokrise schon absehbar war. Porsche hat sich verspekuliert und ist somit zum größten Teil selbst schuld an der Finanzlücke.

Es ist natürlich legitim, dass ein Unternehmen alle Möglichkeiten der Finanzierung ausnutzt. Aber diese Art der Kreditanfrage wird immer als Bitten um Staatshilfe ausgelegt, obwohl es da sehr feine Unterschiede gibt. Porsche hätte mehr als die marktüblichen Zinsen bezahlt. Als Sicherheiten hätten VW-Aktien gedient. Es wäre demnach höchst unwahrscheinlich, dass der Steuerzahler je zur Kasse gebeten worden wäre, selbst wenn Porsche den Kredit nicht hätte zurückzahlen können.

Aber diese feinen Differenzierungen sind in der Öffentlichkeit nicht kommunizierbar. Kein Politiker kann Arcandor pleite gehen lassen und Porsche unterstützen, obwohl es rein finanztechnisch zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe sind. Dieses Risiko hätten Wiedeking und Härter mit ein bisschen mehr politischen Instinkt schon vorher sehen müssen. Zumal Wiedeking damit hätte rechnen müssen, dass seine forschen Äußerungen zu Subventionen "Luxus und Stütze passen nicht" erst in den gleichen Topf mit dem KfW-Kredit geworfen werden und dann der Inhalt von seinen Gegnern in der Politik genüsslich über ihm ausgegossen wird. Die Rolle des begossenen Pudels war absehbar.

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