Sportwagenbauer
Porsche: Risikofaktor Familie

Egal, in welcher Höhe sich der Emir von Katar bei Porsche beteiligen wird. Mag sein, dass es mehr als 25 Prozent sind. Mag sein, dass Porsche sich damit aus seiner Finanzklemme befreien kann. Eines wird das Geld nicht können: Es wird den Streit in der Familie nicht schlichten. Im Gegenteil. Es wird noch Öl ins Feuer gegossen. Künftig wird eine dritte Partei mitreden.

Noch sind die Würfel nicht gefallen. Erst die finale Familiensitzung wird die Entscheidung bringen. Ist Ferdinand Piëch dort isoliert vom Rest des Clans, dann kann Katar einstiegen. Aber was passiert danach?

Porsche bleibt zumindest die Rolle rückwärts erspart. Dank des finanziellen Schwächeanfalls im Familienunternehmen hoffte der VW-Aufsichtsratschef und Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piëch, den Spieß umkehren zu können. Nicht mehr Porsche sollte VW, sondern umgekehrt: VW sollte Porsche schlucken. Nachdem die erste Variante am VW-Gesetz scheiterte, dürfte mit Katar die zweite hinfällig geworden sein.

Aber was hat die Gegenseite gewonnen, außer das Schlimmste verhindert zu haben? Nicht viel. Alles bliebe, wie es ist: Unter dem Dach der Porsche-Holding finden sich weitgehend unabhängig Porsche und die 51-prozentige Beteiligung an VW wieder. Der Konflikt in der Familie und vor allem ihrer Exponenten Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche wird damit fortgeschrieben. Piëch wird weiter seinen Kurs fahren, den man "Wolfsburg first" nennen kann. Hier ist er der Chef im Ring. Keiner kennt dort das magische Dreieck der Macht aus Arbeitnehmern, dem Land Niedersachsen und Vorstand besser als er.

Große Geringschätzung verbindet Ferdinand Piëch mit den Porsches, die den Namen seines Großvaters tragen. Für Piëch sind das reine Kaufleute, Erbsenzähler. Auch hat keiner der Porsches in der ersten Reihe gestanden und einen Industriekonzern als Vorstandschef geführt, so wie er selbst.

Die Porsches können in seinen Augen auf die Kasse achten, mehr nicht. Piëch sucht dagegen manisch nach Höchstleistungen der Ingenieurkunst - manchmal koste es, was es wolle. Sie sind für ihn Basis jedes automobilen Erfolges. Vierradantrieb und Alukarosserie bei Audi, der Bugatti mit 1000 PS oder das Ein-Liter-Auto belegen seine Philosophie.

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