Staatsanwaltschaft quält sich im Mannesmann-Prozess
Kommentar: Kein Beweis in Sicht

Zwei Joker hält die Staatsanwaltschaft im Mannesmann-Prozess noch in den Händen: Die Zeugenvernehmungen von Canning Fok und Chris Gent.

Wenn die beiden - nach Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser - wichtigsten Fädenzieher der Mannesmann-Übernahme durch Vodafone nichts mehr zu dem Verdacht beitragen können, dass Esser auf Prämienzahlungen in Höhe von 56 Millionen Euro an sich und andere Mannesmänner pochte und damit mitten im Übernahme-Poker ein krummes Ding drehte, dann sieht nicht nur die Staatsanwaltschaft, sondern auch Richterin Brigitte Koppenhöfer alt aus.

Denn niemand sonst als Fok und Gent war dabei, als der Vertreter des damaligen Großaktionärs Hutchison Whampoa dem Mannesmann-Chef eine Prämie für exorbitante Kursgewinne versprach. Und auch die beiden Kontrahenten Esser und Gent waren Anfang Februar minutenlang allein, als sie im 21. Stock des Mannesmann-Hochhauses noch Dinge besprachen, von denen die Staatsanwälte gern wüssten, ob Esser dabei die Hand aufgehalten hat oder sonst irgendwelche persönlichen Bedingungen stellte.

Die Zeugenvernehmung von heute brachte gar nichts. Die Staatsanwaltschaft quält sich mit ihren Fragen, dreht sich im Kreis. Der ehemalige Finanzvorstand Joachim Rauhut erinnerte sich heute praktisch an gar nichts mehr. Das nährt die Vermutung, dass Esser seinen Finanzchef bewusst uninformiert hielt, um den Kreis der Mitwisser der Prämien möglichst klein zu halten. Aber es ist eben nur eine Vermutung, die da im Landgerichtssaal L111 im Raum steht - vor allem der Staatsanwaltschaft und der Richterin, die die Klage zugelassen hat. Aber nicht mal der Hauch eines Beweises für diesen Verdacht ist bisher am Horizont erkennbar.

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