Staatsbesuch in Russland Unternehmer erleichtern Merkel die Gespräche

Das Verhältnis zwischen Merkel und Putin gilt als zerrüttet. Die Russen fühlen sich belehrt, die Deutschen provoziert. Doch so unterschiedlich, wie viele meinen, sind die Positionen von Kanzlerin und Präsident gar nicht.
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Wladimir Putin (rechts) begrüßt die deutsche Bundeskanzlerin am Freitag im Kreml. Quelle: dpa

Wladimir Putin (rechts) begrüßt die deutsche Bundeskanzlerin am Freitag im Kreml.

(Foto: dpa)

MoskauBringt Putin seinen Hund mit? An dieser Form der Gastfreundschaft bei persönlichen Gesprächen im Kreml kann Bundeskanzlerin Angela Merkel die Haltung erkennen, mit der der russische Präsident am Freitag in die deutsch-russischen Regierungsgespräche in Moskau geht. Denn Putin weiß, dass Merkel seit einem Hundebiss gewisse Schwierigkeiten mit diesen Tieren hat. Und wenn er trotzdem seinen Hund dabei hat (wie im letzten Jahr in Sochi), ist er offenbar in aggressiver Stimmungslage ihr gegenüber.

Die deutsch-russischen Beziehungen waren schon mal einfacher. Politisch ist durch eine Russlandkritische Resolution der Regierungsfraktionen von Union und FDP kurz vor der Reise des halben Bundeskabinetts nach Moskau das Spitzentreffen nicht einfacher geworden. Die Russen kritisieren den „belehrenden Ton“ aus Deutschland, Merkel hingegen hatte gehofft, dass Putin „gelassener“ ins Präsidentenamt zurückkehrt.

Dort, wo politische Kommunikation schwer fällt, gibt es aber noch die Wirtschaft. Eine hochrangige Unternehmensdelegation hat Merkel begleitet. Angeführt vom Vorsitzenden des Ostausschusses, Eckhard Cordes, stellten Peter Löscher (Siemens), Klaus Mangold (TUI), Olaf Koch (Metro), Martin Herrenknecht (Herrenknecht), Rainer Seele (Wintershall) oder Martin Winterkorn (VW) sicher, dass es bei dem Treffen etwas zu bereden und zu beschließen gibt. Allein Siemens will einen Vertrag über 2,5 Milliarden Euro über neue Elektro-Lokomotiven für die russischen Eisenbahnen abschließen.

Über die Wirtschaft hat Deutschland auch weiterhin eine Möglichkeit des Dialogs und der Einflussnahme. In Merkels Umfeld wird darauf hingewiesen, dass deutsche und russische Unternehmen viele Interessenübereinstimmungen haben. Die energieintensiven Unternehmen aus Deutschland sind auf russische Energielieferungen angewiesen, hier werden die Abhängigkeiten immer größer. Russland hingegen braucht die Deutschen, um seine Wirtschaft zu modernisieren.

Bereits am Freitagmorgen hat Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler – als eine Art Vorauskommando – mit dem Ostausschuss in Moskau den Kongress „City Solutions“ eröffnet, bei dem 400 Teilnehmer neue Infrastruktur-Lösungen für Ballungszentren diskutieren.

„Strategischer Partner“ für Berlin
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8 Kommentare zu "Staatsbesuch in Russland: Unternehmer erleichtern Merkel die Gespräche "

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  • Frau Merkel mag Herrn Putin nicht. Gut so! Servilität wie
    bei Schröder (lupenreiner Demokrat!) ist ihr fremd.

  • Frau Merkel sollte die wirtschaftlichen Beziehungen mit der Russischen Föderation weiterhin pflegen und die Menschenrechte verachten. Das tun die Amerikaner ebenfalls und liefern uns kein Gas und unterstützen die Sparpolitik gegenüber den Südstaaten Europas nicht, sondern kritisieren die BRD. Der Stärkere gewinnt auch ohne Recht (unumwunden)? Die Südländer sollen die Suppe schön auslöffeln und ihre Kredite abstottern oder zu den Waffen greifen, wie in der Geschichte ansonsten überlicherweise geschehen. Dann werden sie erst recht zurecht gewiesen. Auch von Russland (Engzug).

  • In Deutschland regieren genauso Kommissare wir die EU-Kommissare. Die wurden von oben eingesetzt und machen was ihnen gesagt wird. Fertg.

    Mit Demokratie hat das NULL zu tun.

  • @ Aleschua
    Zitat : Deutsche haben in diesen Fragen in russischen Augen nicht genug Autorität,weil Deutsche zu oft Doppelstandard benutzen.

    Es sind nich die Deutschen, es sind die dilettantischen, arroganten, teils versiften Politclowns, die auch in Deutschland keine Autorität haben oder sonst wo in der Welt ! Das haben Sie sehr trefflich bemerkt !

  • In Russland gibt es Sptichwort "Hund bellt Caravan kommt weiter".So ist es auch wenn deutsche über Menschnrechte in Russland sprechen.

    Deutsche haben in diesen Fragen in russischen Augen nicht genug Autorität,weil Deutsche zu oft Doppelstandard benutzen.

    Wirtschaft,da hat Deutschland richtiges Gewicht und Autorität.

  • Absolut korrekte Darstellung. Die "Freunde" hatten unter Jelzin Möglichkeiten gefunden, Russland nachhaltig auszuplündern und gleichzeitig zu demütigen. Das geht seit Putin nicht mehr und deshalb wird er als ein "echter Bösewicht" dargestellt, Tagein, Tagaus...

  • ich kann hier "SaytheTruth" nur zustimmen. Man sollte dabei auch wissen, daß die deutschen Nachrichtendienste mit internationalen (sprich "englischsprachigen") "zusammenarbeiten" (d.h. von diesen die Inhalte übernehmen).
    Hier noch mein Kommentar zum vorigen "Rußland-Artikel" eingefügt, weil es hier ebenfalls paßt:
    Deutschland (und eigentlich ganz Kontinental-Europa) und Rußland haben vielfältige sich ergänzende Interessen (Stichwort Rohstoffe vs. Weltklasse-Industrie) und die Regierung Merkel weiß das auch. Natürlich aber DARF sie nicht so, wie es deutschen Interessen eigentlich entspricht, wegen unserer "Freunde" in der City of London und New York.
    Putin hat aus Sicht dieser "Freunde" das Verbrechen begangen, die anglo-amerikanischen Rohstoff- und Bank-Kartelle mitsamt ihren Marionetten, den "Oligarchen" faktisch aus Rußland rauszuwerfen (ihren Einfluß einzudämmen) und die Ausplünderung des Landes zu verhindern. Das ist natürlich unverzeihlich und muß notwendigerweise das deutsch-russische Verhältnis "vergiften"! Zumal er jetzt auch noch den US/Nato-Angriffskriegen die Unterstützung verweigert.
    Das Handelsblatt ist als deutsches System-Medium natürlich auf "Linie".

  • Man darf sich von DPA- und DAPD-Berichten nicht zu schnell blenden lassen. Merkel und Putin sind durchaus freundschaftlich verbunden. Aber um den zu grossen Einfluss Russlands auf Brüssel und auf Merkel zu "dämpfen" wird vom verstörten Verhältnis gesprochen, damit die Nähe und der grosse Einfluss Russlands quasi kaschiert wird. Das ist nur pure Taktik in de Aussendarstellung der Beziehung. Intern funktioniert das sehr intensiv und wunderbar.

    Im übrigen sollte DPA sachlich bleiben mit seinen Überschriften und Texten. Da ist immer erziehische Botschaft drin zusätzlich zu den Fakten.

    "Erkenntnisweisende, suggerierende" DPA-Überschriften z.B. "Weltweite Erleichterung über die Wahl Obamas". Wer hat das ermittelt ? Besser wäre "Obama am Ziel" oder "Obama klar gewonnen", "Europaweite Angst vor Eskalation im Nahen Osten". Wer hat diese Umfrage innerhalb von 8 Stunden ermittelt ? Wer wurde gefragt ? Besser "Israel schiesst zurück, Eskalation möglich". Das ist sachlich korrekt.

    "Angst" kommt in jedem 2. Artikel bei DPA vor. "Angst der Deutschen vor ....". Eindeutig suggestive, einschüchternde Überschrift.

    Pure Fakten, mehr will der emanzipierte Leser nicht wissen. Fakten Fakten Fakten und immer an die Leser denken. Nicht vorgekauten Brei mit tendenziösem Hintergrund bitte.

    Kann die HB-Redaktion nicht austreten aus der Veröffentlichung der DPA-Artikel ? Muss man die immer in allen Zeitungen lesen ??

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