Steinkohle

Kommentar: Eitle Männer

Werner Müller ist ein fintenreicher Taktierer. Trickreich hat er in den vergangenen Monaten an seinen Plänen für die Kohlestiftung gearbeitet und sich dabei selbst eine Hauptrolle zugewiesen. So ein Mann gibt nicht mal eben auf – auch wenn das ganz im Sinne von NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) wäre.
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DÜSSELDORF. Gezielt lancieren Müllers Widersacher die Information, der RAG-Chef habe bereits kapituliert. Doch so schnell verlässt Müller den Schützengraben nicht. Er spielt weiter auf Zeit und rechnet offensichtlich weiterhin damit, dass er zumindest in der Anfangsphase die Geschicke der Kohlestiftung wird lenken dürfen. Rüttgers hat aber bereits erklärt, dass er sich damit nicht abfinden will.

Rüttgers und Müller haben ihre Feindschaft nun wochenlang intensiv und teilweise genüsslich ausgelebt, haben hinter den Kulissen und gelegentlich auch vor Publikum deutlich gemacht, dass gegenseitige tiefe Abneigung das Einzige ist, was sie verbindet. Der Sache hat das keinen Augenblick gedient. Im Gegenteil: Das Gezänk eitler Männer ist langsam zu einer Belastung für eine wichtige strukturpolitische Weichenstellung geworden. Und die Börsenpläne für den weißen Bereich des RAG-Konzerns verschieben sich mit jedem Tag, an dem weiter über den Stiftungsvorsitz gestritten wird.

Ausgestanden ist dieser Streit nun also immer noch nicht. Das Verhalten auf beiden Seiten ist albern. Es lohnt nicht mehr, danach zu fragen, wer vielleicht einmal Recht oder die besseren Argumente hatte. Hoffentlich bleibt uns weiteres wochenlanges Gezerre erspart. Die Zeit drängt. Der Klügere sollte nun nachgeben. Entweder ist das Müller. Oder Rüttgers.

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