Stephan Wippermann im Gespräch
„Es reicht nicht mehr, einfach Geräte anzubieten“

Ein Handelsblatt-Gespräch mit Stephan Wippermann, Vice President und Geschäftsführer Personal Systems Group, Hewlett-Packard, über den heftigen Preiswettbewerb und die Lage auf dem deutschen Markt im PC-Geschäft.

Herr Wippermann, seit Jahren herrscht im PC-Geschäft ein heftiger Preiswettbewerb. Die Geräte sind alle ähnlich und damit austauschbar. Wie können sich Hersteller vom Wettbewerb absetzen.

Gerade Firmenkunden haben heute eine ganz andere Erwartungshaltung als früher. Es reicht nicht mehr, einfach Geräte anzubieten. Unternehmen wollen ein Gesamtkonzept von uns.

Was heißt das konkret?

Manche Kunden bestellen gar keine Drucker, Notebooks oder Server mehr . Sie ordern stattdessen Druckkapazitäten oder Rechenleistung. Wir müssen dann dafür sorgen, dass die Drucker oder Server laufen und die Mitarbeiter so viel ausdrucken oder bearbeiten können, wie es ihr Arbeitgeber wünscht. Die Geräte an sich interessieren den Auftraggeber dabei gar nicht so sehr.

HP wandelt sich also vom Produzenten zum Dienstleister?

Wir produzieren nach wie vor. Aber wir bieten eben deutlich mehr Service an als früher.

Wie ist derzeit die Lage auf dem deutschen Markt?

Die Kunden verhalten sich abwartend. Vielfach ordern Unternehmen nicht mehr große Stückzahlen wie früher, sondern Teilen die Aufträge in viele kleine Lose. Dazu kommt, dass Unternehmen die Abschreibungszeiten zum Teil verlängert haben, von drei auf vier bis fünf Jahre.

Weil es keine umwerfenden neuen Technologien gibt?

Womöglich haben viele Firmen wirklich keinen Grund gesehen, zu investieren. Jetzt ändert sich das aber, da die Geräte in die Jahre kommen. Darüber hinaus erkennen die Unternehmen, dass sich zum Beispiel die Umstellung auf Notebooks für sie lohnt.

Welche neuen Technologien kommen am Markt an?

Die neuen Zwei-Kern-Prozessoren sind natürlich ein Thema. Aber auch Flachbildschirme werden billiger, so dass sich die Unternehmen größere Bildschirme leisten. Hinzu kommt, dass der mobile Zugang ins Internet in immer mehr Notebooks integriert ist. Das interessiert die Firmen. Mobilität ist eines der ganz großen Wachstumsthemen.

Seit Jahren spricht die Branche von einer Konsolidierung. Wenn einzelne Anbieter aufgeben, kommen aber sofort welche aus Asien hinzu. Wie sehen sie die Entwicklung?

Es zeigt sich, dass kleinere Anbieter Schwierigkeiten haben. Sie müssen einfach Skaleneffekte erzielen, um dauerhaft ein Geschäft machen zu können. Und das gilt entlang der gesamten Wertschöpfungskette in der Computerindustrie. HP hat hierbei ganz sicher die nötige Größe. Aber auch wir schauen uns nach neuen Partnern um.

Schaffen Sie es alleine nicht?

Das schon, aber momentan bilden sich ganz neue Allianzen. Ich denke dabei vor allem an die Verbindung mit Telekommunikationsanbietern. Das wird mit der zunehmenden Mobilität immer wichtiger.

Das Gespräch führte Joachim Hofer.

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