Stimme aus Frankfurt
Kommentar: Kein Ende der Bondrally

Deutsche Staatsanleihen verbuchten im laufenden Jahr eine fulminante Entwicklung. In den ersten fünf Monaten lag die Performance der 10-jährigen Bunds bei 6,3 Prozent. Der Zins hat zwischenzeitlich ein historisches Tief erreicht.

Vergleicht man den Renditezyklus mit dem der Jahre 1998/1999, so erscheint es auf den ersten Blick wahrscheinlich, dass der Tiefpunkt erreicht ist und ab sofort mit steigenden Zinsen zu rechnen ist. Darüber hinaus sind die Verschuldungssituation des Bundes und die teilweise kritischen Einschätzungen der Rating-Agenturen keine guten Nachrichten für Bundesanleihen.

Für lang laufende Bundesanleihen bestehen jedoch noch Chancen. Die negative relative Einschätzung von Bundesanleihen zu anderen Schuldnern im Euro-Raum ist von den Marktteilnehmern bereits eingepreist, deutsche Rentenpapiere scheinen ihren „Benchmark-Status“ auf absehbare Zeit nicht zu verlieren. Zusätzlich sichert die steile Zinsstrukturkurve und die zu erwartende Zinssenkung der EZB das aktuelle Niveau recht gut ab.

Schließlich stellt sich die Frage nach Alternativen: Aktien sind immer noch mit erheblichen Risiken verbunden, Unternehmensanleihen haben sich in der Zinsdifferenz bereits stark eingeengt, und Geldmarktanlagen sind alles andere als attraktiv. Und die Schwächephase des Greenbacks ist noch nicht zu Ende. Vor diesem Hintergrund wird internationales Geld weiter Anlage im Euroraum suchen. Und da stehen an vorderster Front Bundesanleihen.

Allerdings sind für die mittelfristige Attraktivität dieser Anlage vertrauensbildende Maßnahmen der Bundesregierung dringend erforderlich. Damit Deutschland seine Einstufung als erstklassiges Schuldnerland beibehalten kann, ist die Durchsetzung der Agenda 2010 nötig, was nicht zuletzt von Rating-Agenturen gefordert wird.

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