Stoiber verliert nach Ost-Kritik stark an Ansehen
SPD legt bei Sonntagsfrage zu

Die SPD hat sich in der Sonntagsfrage des ARD - Deutschlandtrends um einen Punkt gegenüber der Vorwoche verbessert. Knapp vier Wochen vor der Bundestagswahl schrumpft dadurch der Vorsprung von Union und FDP auf einen Punkt vor dem Stimmenanteil für SPD, Grüne und Linkspartei, ergab die am Donnerstag vorab veröffentlichte Umfrage des Instituts Infratest dimap für die ARD. Die SPD habe innerhalb von fünf Wochen vier Punkte zugelegt.

HB KÖLN/BERLIN. Wäre am nächsten Sonntag Bundestagswahl, blieben Union und FDP wie in der Vorwoche bei 42 und acht Prozent. Die SPD bekäme nun 31 Prozent. Die Grünen und die Linkspartei bekämen unverändert acht und neun Prozent. In Ostdeutschland konnte die CDU sich um zwei Punkte verbessern und lag nun gleichauf mit der Linkspartei bei 29 Prozent, die unverändert blieb. SPD, FDP und Grüne blieben mit 28, sechs und fünf Prozent bei den Werten der Vorwoche.

Für die Umfrage wurden am Dienstag und Mittwoch tausend repräsentativ ausgewählte Bürger befragt. Die Fehlertoleranz liegt zwischen 1,4 und 3,1 Prozentpunkte.

Stoiber verliert nach Ost-Kritik stark an Ansehen

Nach seiner Kritik am Wählerverhalten der Ostdeutschen hat CSU-Chef Edmund Stoiber nach einer Umfrage des ARD-Deutschlandtrends deutlich an Ansehen verloren. Bundesweit seien nur noch 29 Prozent mit seiner politischen Arbeit zufrieden - 13 Punkte weniger als am 4. August, ergab eine Umfrage des Instituts Infratest dimap für die ARD, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Im Osten sackte die Zustimmung für den bayerischen Ministerpräsidenten um 22 Punkte auf zwölf Prozent ab. Damit wurde Stoiber Schlusslicht unter allen Parteivorsitzenden. Dagegen verbesserte sich die Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) deutlich: Mit ihrer Arbeit waren bundesweit 52 Prozent zufrieden, das sind sieben Punkte mehr als Anfang August. Mit diesem Ergebnis lag sie hinter Außenminister Joschka Fischer (Grüne), mit dem 65 Prozent zufrieden waren, auf Platz zwei der Beliebtheitsskala.

40 Prozent der Bundesbürger würden sich für Merkel entscheiden, wenn sie den Bundeskanzler direkt wählen könnten - fünf Punkte mehr als vor einer Woche. Amtsinhaber Gerhard Schröder (SPD) lag zwar weiter vorn, verlor gegenüber der Vorwoche jedoch vier Punkte und erreichte 47 Prozent.

Bei der Frage nach der besseren Regierungsmannschaft erzielte die Union 41 Prozent, die SPD 31 Prozent.

Der Ankündigung des Finanzexperten in Merkels Wahlkampfteam, Paul Kirchhof, die Steuererklärung würde in Zukunft nur noch zehn Minuten dauern, trauen indes die wenigsten: 71 Prozent halten den Plan für unrealistisch. Nur 26 Prozent glauben, dies könne gelingen.

(Hintergrund: Am Dienstag und Mittwoch wurden tausend repräsentativ ausgesuchte Bürger befragt)

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%