Strategie von Apple
Gute Entscheidung

Doch halt, manchmal steckt in einer schlechten Nachricht auch eine gute. So in diesem Fall. Natürlich ist die Verspätung bei Leopard bitter. Zum einen bringt ein neues Betriebssystem immer auch einen Umsatzschub mit sich. Zum anderen wäre ein früher Verkaufsbeginn angesichts des mit viel Wirbel begleiteten Starts des Konkurrenzprodukts Microsoft-Vista strategisch sicherlich gut gewesen.

Dennoch ist die Verzögerung kein Beinbruch: Leopard wird der Apple-Community keinen Quantensprung liefern. Sicher, es gibt einige nette und sinnvolle Features. Aber darauf können und werden die Apple-Nutzer ohne Probleme bis zum Herbst warten können.

Das Umhieven der Entwicklerkapazitäten in Richtung iPhone ist deshalb eine richtige Entscheidung. Es ist für Apple ein neuer Markt. Hier muss der erste Schuss sitzen. Angesichts der beinharten Konkurrenz kann sich Apple keinen Fehlstart erlauben. Noch dazu hätte ein solcher massive Folgen für das wichtige Geschäft mit der Musik. Denn das iPhone ist zugleich auch der Nachfolger für den Umsatzbringer iPod.

Das Apple-Handy hat damit eine gewichtige Bedeutung für die Apple-Strategie, zum führenden Anbieter in der neuen vernetzten Welt zu werden. Das rechtfertigt eine gewisse Vorzugsbehandlung, sofern sie zeitlich begrenzt ist.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
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