Stromnetz
Satte Bequemlichkeit

Die Kosten für den Transport des Stroms vom Kraftwerk bis zur Steckdose des Endverbrauchers sind hier zu Lande beachtlich. Sie machen fast 40 Prozent des Endpreises aus.

Bislang hatten die Netzbetreiber stets eine gute Begründung für die hohen Netzkosten parat:Das deutsche Stromnetz ist im europäischen Vergleich zwar besonders teuer, dafür aber auch besonders sicher. Doch die Panne vom Wochenende belegt erneut, dass das deutsche Netz seine Schwächen hat.

Die Netzbetreiber stehen vor großen Herausforderungen. Einerseits erwartet die Politik – zu Recht – den Ausbau des Stromnetzes. Er ist eine der Voraussetzungen dafür, mehr Liquidität in den Markt zu bringen und so die Preissituation zu entspannen. Dazu gehört ein Ausbau der grenzüberschreitenden Stromaustauschkapazitäten. Das alles wird Geld kosten. Früher konnten die Unternehmen ihre Kosten in fast beliebiger Höhe ungeniert auf die Kunden abwälzen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Die Bundesnetzagentur ist den Netzbetreibern auf den Fersen. Viele Unternehmen mussten in den vergangenen Wochen deutliche Abstriche bei ihren Netzentgelten akzeptieren. Und dies ist erst der Beginn einer Kostensenkungsspirale, die sich noch einige Jahre nach unten bewegen wird.

Können die Betreiber unter diesen Bedingungen künftig noch vernünftig wirtschaften und zugleich den zuverlässigen Netzbetrieb gewährleisten? Ja, sie können. Allerdings müssen sie sich deutlich mehr anstrengen als in der Vergangenheit. Das intelligenteste und effizienteste Netzmanagement muss nicht zugleich auch das teuerste sein. Im Gegenteil: Offensichtlich sind viele Netzbetreiber in den Jahrzehnten der kontinuierlich fließenden Monopolgewinne bequem geworden. Das werden sie sich nicht länger leisten können.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent
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