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Südkorea: Kultur der Geschenke

Die südkoreanische Staatsanwaltschaft klagt Samsung-Chef Lee Kun-Hee wegen Steuerhinterziehung an. Der Fall zeigt die Fortschritte Koreas auf dem Weg zu besserer Unternehmensführung. Doch gleichzeitig werden hier die Grenzen deutlich; denn was den Vorwurf der Bestechung angeht, drückt der Staat alle Augen zu.

Die südkoreanische Staatsanwaltschaft klagt Samsung-Chef Lee Kun-Hee wegen Steuerhinterziehung an. Der Fall zeigt die Fortschritte Koreas auf dem Weg zu besserer Unternehmensführung. Doch gleichzeitig werden hier die Grenzen deutlich; denn was den Vorwurf der Bestechung angeht, drückt der Staat alle Augen zu.

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In der Elite herrscht noch das alte Denken: Die Industriepatriarchen bringen den Wohlstand; wer sie zur Rechenschaft zieht, schadet der ganzen Nation. Tatsächlich waren die Mischkonzerne wie Hyundai, LG, Daewoo oder Lotte enorm wichtig für den Aufstieg Koreas. Nach dem Koreakrieg 1953 stand das Land zunächst ärmer da als die meisten afrikanischen Staaten, heute gehört es zu den entwickelten Industrienationen.

Mangels Entrepreneuren und Mittelständlern musste die Regierung die Entwicklung generalstabsmäßig planen und fand in den Großunternehmen die nötigen Partner. Der schnelle Aufstieg vollzog sich in einer Kultur, in der persönliche Beziehungen und Geschenke sehr wichtig sind.

Bis vor kurzem erschienen die Ideen von sauberer Unternehmensführung den meisten Koreanern daher als eine fremde Erfindung des Westens. Die Mehrheit von ihnen sieht nichts Böses darin, Geschenke zu geben, damit es der eigenen Familie bessergeht.

Umso mehr offenbaren sich in der wiederholten Sanftmut der Staatsanwaltschaft Abgründe an Konformismus. Wo steht der betont moderne und marktwirtschaftliche Kurs von Präsident Lee Myung-Bak, wenn die Korruptionsbekämpfung nicht vorankommt? Doch möglicherweise ist auf diesem Feld von ihm nicht viel zu erhoffen – Lee kommt aus der Baubranche und wurde selbst erst kürzlich nur knapp von Betrugsvorwürfen entlastet.

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