T-Systems
Kommentar: Da kommt noch mehr

Endlich ist für die Telekom-Tochter eine Strategie erkennbar. Aber die bisherigen Schritte werden nicht ausreichen, um das Unternehmen im Wettbewerb zu stärken.
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Die Telekom-Tochter T-Systems fährt einen Zickzackkurs. Der neue Chef Reinhard Clemens ist der dritte Telekom-Manager, der versuchen darf, der Geschäftskundensparte seinen Stempel aufzudrücken. Sein Plan ist mutig, kann aber aufgehen.

Er will am liebsten gar keine Anteile an T-Systems abgeben, sondern nur exklusive Liefer- und Leistungsverträge mit einem indischen IT-Dienstleister abschließen. Globaler Anbieter soll die Sparte auch nicht werden, sondern sich auf Europa konzentrieren. T-Systems genießt den Vorteil, als einziger Anbieter Pakete aus Telekom- und IT-Diensten zu offerieren. Damit könnte sie in Europa durchaus ein Alleinstellungsmerkmal erobern. Und das ist allemal erfolgversprechender, als zu versuchen, es in den USA mit Giganten wie IBM oder Hewlett-Packard aufzunehmen.

Clemens will nicht die Flickschusterei fortführen, die vor seinem Antritt bei T-Systems geherrscht hat. Der glücklose Vorgänger Lothar Pauly hatte kein richtiges Konzept. Der Vorstandsvorsitzende René Obermann selbst verkündete im März 2007 vollmundig, dass er Anteile und auf Wunsch sogar die Mehrheit am Großkundengeschäft an einen Partner abgeben wolle. Ein Partner sollte die zwei dringendsten Probleme der Sparte lösen: T-Systems zu einer größeren internationalen Präsenz verhelfen und dazu beitragen, die hohen Arbeitskosten zu senken. Die meisten IT-Dienstleister haben bereits Programmiertätigkeiten in Niedriglohnländer ausgelagert.

Einen Haken hat Clemens’ Plan: Ein indischer Partner und seine billigen Programmierer werden nicht ausreichen, um die Kosten von T-Systems so weit zu drücken, dass die Sparte deutlich wettbewerbsfähigere Preise anbieten kann als bisher. Nötig sind weitere personelle Einschnitte auch in anderen Bereichen von T-Systems.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid

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