Kommentare
Taten und Worte

Der Test für die Sanierungsarbeit der Allianz kommt in der nächsten Krise.

Als Michael Diekmann vor knapp vier Jahren an die Spitze der Allianz rückte, hatte er ein Ziel: Die Mitarbeiter sollten bald wieder stolz sein, bei der Allianz zu arbeiten. Diekmann redete aber nicht viel darüber. Er krempelte die Ärmel hoch, packte an, blieb schweigsam. Nur ja nichts versprechen, was man nicht halten kann, lautete seine Devise. Heute steht die Allianz glänzend da. Die tiefen Spuren der Börsenkrise sind beseitigt, die Gewinne sprudeln. Der Konzern verwandelte sich, wenn man die Struktur anschaut, von einer Art mittelalterlichem Feudalreich zu einem modernen, rationalen Gebilde. Und mehr als jeder andere Finanzkonzern kann die Allianz von sich behaupten, dass Europa ihr Heimatmarkt ist.

Diekmann hatte auch Glück. Die Kapitalmärkte haben aber der gesamten Finanzbranche geholfen. Wer wirklich gut positioniert ist und wer nicht, lässt sich zurzeit kaum erkennen. Die Unterschiede dürften erst in der nächsten Krise wieder deutlicher werden. Wichtig auch: Es gab 2006 kaum größere Versicherungsschäden. Auch das half der gesamten Branche – vor allem jenen Konzernen, die stark in der Sachversicherung engagiert sind. Auch hier gilt: Der wirkliche Test, wer seine Arbeit gut gemacht hat, kommt erst wieder in schweren Zeiten. Diekmanns größte Herausforderung war es, Stellen zu streichen, obwohl gleichzeitig die Gewinne sprudelten. Damit macht sich niemand beliebt. Bei Diekmann kommt hinzu, dass seine zurückhaltende, verschlossene Art an diesem Punkt eher eine Schwäche als eine Stärke war.Aber er hat dazugelernt. Er gibt offen zu, in der Kommunikation Fehler gemacht zu haben. Damit zeigt er, dass er seine neue Rolle findet: Nicht nur schweigen und handeln, sondern auch reden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%