Telekom
T wie Trugschluss

Die Deutsche Telekom, kein Jobvernichter, sondern ein Bewahrer von Arbeitsplätzen – das ist offenbar die neue Botschaft, die Personalvorstand Heinz Klinkhammer loswerden will.

Es werde nach 2008 kein neues Stellenabbauprogramm geben, verkündet er. Stattdessen werde der Konzern Techniker und Service-Kräfte in einer neuen Einheit bündeln: T-Service. Das hört sich gut an. Tatsächlich bleibt es aber bei dem vorrangigen Ziel des Konzerns, Personal aus der überbesetzten Festnetzsparte abzuziehen und die Kosten zu drücken. Die Instrumente, die dafür zur Verfügung stehen, sind nun einmal begrenzt.

Die Telekom kann sich – wie in der Vergangenheit – über Abfindungen, Altersteilzeit oder Vorruhestand von ihren Mitarbeitern trennen. Oder sie lagert Beschäftigte in eigene Gesellschaften aus, die sie später verkauft. Nichts anderes ist in der konzerneigenen Beschäftigungsgesellschaft Vivento passiert. Klinkhammer beweist mit solchen Ausgliederungen zwar Kreativität, eine reelle Jobsicherung sieht aber anders aus. Die Telekom will ihren Service zwar ausbauen. Langfristig wird sie dafür aber vermutlich nicht 45 000 Mitarbeiter benötigen – schon gar nicht, wenn das neue internetbasierte Netz fertig gestellt ist, das weniger Wartung und weniger Techniker benötigt.

Hintergrund der aktuellen Pirouette ist die anstehende Entscheidung über die Zukunft von Konzernchef Kai-Uwe Ricke. Anfang Dezember müsste der Aufsichtsrat Ricke eine Verlängerung seines Vertrags anbieten, der im Dezember 2007 ausläuft. Nach enttäuschenden Halbjahreszahlen ist Ricke bei den Kontrolleuren jedoch umstritten und braucht dringend den Rückhalt der Arbeitnehmer. Er kann es sich nicht leisten, diese mit neuen Abbauplänen zu vergraulen.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid
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