Telekom-Verdi-Verhandlungen
Kommentar: Knackpunkt Kündigungsschutz

Auch nach vier Verhandlungsrunden sind sich die Telekom und Verdi keinen Schritt näher gekommen. Zwar hat der Bonner Konzern der Gewerkschaft einen Kompromissvorschlag unterbreitet, der unter anderem einen verlängerten Kündigungsschutz bis 2010 vorsieht. Der aktuell Beschäftigungspakt mit Verdi läuft Ende 2008 aus. Der Gewerkschaft aber reicht das aber bei weitem noch nicht. Sie fordert neben einer deutlich geringeren Lohnsenkung als die 12 Prozent, die die Telekom plant, auch einen wesentlich längeren Kündigungsschutz.

Doch damit dürfte sie bei der Telekom auf Granit beißen. Der Konzern will 2012 seinen gesamten Telefon- und Internetverkehr auf ein Netz der nächsten Generation umstellen. Um das zu bauen, benötigt die Telekom in den kommenden Jahren zahlreiche Techniker. Die neuen Netze, die ausschließlich auf dem Internetprotokoll basieren, sind aber weitaus weniger wartungsbedürftig als die bisherigen Leitungen und benötigen deshalb auch weniger technische Service-Mitarbeiter als derzeit. Deshalb wird die Telekom sich nicht darauf einlassen, den Kündigungsschutz wie von Verdi gefordert deutlich über 2010 zu verlängern. Wenn gerade diese Bedingung aber für Verdi ein Knackpunkt in den Verhandlungen ist, scheint eine Einigung tätsächlich unmöglich.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid
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