Telekommunikation
Ausverkauf bei Telecom Italia

Die Telecom Italia, einer der größten europäischen Ex-Monopolisten, wird voraussichtlich bald in amerikanische Hände kommen. Die Verhandlungen über einen Einstieg des US-Riesen AT&T und der mexikanischen America Movil sind nur der erste Schritt für eine vollständige Übernahme des fünftgrößten Telefonkonzerns in Europa.

Fraglich ist, ob die Regierung in Rom in diesem Fall dem Ausverkauf tatenlos zusehen wird. Auch wenn es ordnungspolitisch falsch wäre: Die Versuchung einen Deal zu blockieren ist groß. Denn mit der Telecom Italia käme das letzte italienische Telekommunikationunternehmen in ausländische Hände: Hinter Omnitel steht heute Vodafone, hinter Wind die ägyptische Orascom, Fastweb ist vor kurzem an die Swisscom verkauft worden und Tre wird von Hutchison aus Hongkong gesteuert. Das schürt nationalistische Reflexe.

Doch der Übernahmeversuch ist nicht nur ein Politikum. Er ist auch ein Zeichen für das endgültige Scheitern des Reifenkonzerns Pirelli. Die einst stolze Firma ist sechs Jahre nach ihrer Machtergreifung bei der Telecom Italia am Ende. Viel zu teuer hat Unternehmenslenker Marco Tronchetti Provera die Telecom-Anteile damals gekauft. Viel zu hohe Schulden hat er damit aufgehäuft. Jetzt rächt sich das, was die Italiener „Kapitalismus ohne Kapital“ nennen. Tronchetti verkauft aus purer Not. Und mit Telecom Italia zerfließt auch sein Traum, als Vorzeigeunternehmer in die Geschichte seines Landes einzugehen.

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