Telekommunikation
Störfeuer aus Rom

Omnitel heißt heute Vodafone, Wind gehört den Ägyptern, Fastweb geht aller Voraussicht nach an die Swisscom. Und jetzt soll die Telecom Italia von AT&T und America Mobil geschluckt werden? Für Italiens Politiker ist das Maß voll. So viel Internationalität ruft die Industriepolitiker auf den Plan. Von Besorgnis ist da die Rede und von nationaler Kontrolle. Dabei sah doch aus römischer Sicht alles schon so gut aus: Italienische Banken sollten mit dem Segen der Regierung die Retter spielen und als Investoren eine italienische Lösung für Telecom Italia herbeiführen. Aber die Banken machten Rom einen Strich durch die Rechnung. Sie konnten und wollten gegenüber ihren Aktionären einen Kauf überteuerter Telecom-Italia-Aktien nicht rechtfertigen.

Dass die Übernahme durch AT&T genehmigt wird, ist jedoch alles andere als sicher. Die Regierung hat zwar keine goldenen Aktien in der Tasche. Aber sie hat bei Telecom Italia schon mehrmals gezeigt, dass allein der politische Druck ausreicht, um Abmachungen zu unterlaufen. Als im vergangenen September der Verkauf der Mobilfunktochter TIM zur Diskussion stand, funkte Rom dazwischen, und auch bei den gescheiterten Verhandlungen über einen Einstieg der spanischen Telefónica war das Störfeuer aus Rom entscheidend.Es mag ja durchaus verständlich sein, dass die römische Regierung nicht die gesamte Telekom-Wirtschaft in ausländischen Händen wissen will. Aber anders als bei der Deutschen Telekom, bei der der Staat indirekt noch Hauptaktionär ist, hat sich Italien schon früh zur Privatisierung entschieden. Ironischerweise war es die damalige Regierung Prodi, die Ende der 90er-Jahre den Telekom-Konzern komplett privatisiert hat. Dass damit auch ein Kontrollverlust einhergeht, hätte der heutige Regierungschef wissen müssen.

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