Terroranschläge
Kommentar: Das Glück wird einmal enden

Die Briten wissen genau, was für ein unverschämtes Glück sie hatten. Drei Autobomben von El Kaida Terroristen – niemand hat den geringsten Zweifel, dass es sich darum handelt – sind am Wochenende nicht detoniert. Dass sie entdeckt wurden, ist der reine Zufall. Hätten die Täter mehr Erfahrung und besseres Gerät, sie hätten in London und in Glasgow unvorstellbare Verheerungen angerichtet.
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Seit dem 7. Juli 2005, als bei den Londoner U-Bahn Anschlägen über 50 Menschen getötet wurden, währt die britische Glückssträhne nun. Zahllose Verschwörungen wurden rechtzeitig aufgedeckt. Auf die Gaslimousinen von London stieß die Polizei durch den reinen Zufall.

Doch die Polizei rechnet damit, dass die Bomber es noch einmal versuchen werden. Auch deshalb wurde die Alarmstufe nun auf „kritisch“, die höchste Stufe angehoben: Und die Briten wissen genau, dass die Glückssträhne nicht ewig anhält. Seit Jahren wiederholen die Sicherheitskräfte und die Regierung es immer wieder: Der nächste Anschlag wird kommen.

Ist es erstaunlich, oder selbstverständlich, dass trotzdem das Leben der Briten seinen geregelten Gang weiter geht? Die Menschen gehen in die Discos, die City arbeitet weiter wie gewohnt, und die Aktienmärkte nehmen kaum Notiz von den Anschlägen, das "Diana Konzert" findet am Sonntagnachmittag ebenfalls wie gewohnt statt. In Glasgow schleppen die Menschen schon wieder ihre Koffer in die Flughafengebäude und fliegen in den Urlaub. Wie vom Regen, lassen sich die Briten auch vom Terrorismus nicht von ihrem Leben abbringen. Anders kann es auch gar nicht sein. Was zeigt, wie irrsinnig, sinnlos und gotteslästerlich der Blutrausch der Extremisten ist.

Matthias Thibaut ist Korrespondent in London.
Matthias Thibaut
Handelsblatt / Korrespondent

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