Terrorkampf
Revolution und Realität

Mit jedem Anschlag im Irak und Saudi-Arabien wird klarer, dass Washingtons Strategie einer Modernisierung des Mittleren Ostens nicht aufgeht.

Der weltweite Kampf gegen den Terror gebiert seltsame Koalitionen: Nach dem jüngsten Anschlag in Saudi-Arabien sei klar, dass bin Ladens Terrornetz El Kaida das saudische Königshaus stürzen wolle, sagte US-Vizeaußenminister Armitage in Riad. Genau das, den Sturz des feudalistischen Systems der Saudis, hatten sich auch der rechte, neokonservative Flügel der US-Regierung vorgenommen.

Zugegeben - bin Laden und die Neocons verfolgen völlig verschiedene Zwecke: die einen den radikal-islamischen Umsturz, die anderen eine demokratische Revolution der Region. Aber mit jedem Anschlag wird klarer, dass Washingtons Strategie einer Modernisierung des Mittleren Ostens nicht aufgeht. Der Krieg im Irak hat die Terrorgefahr nicht reduziert, sondern die Risiken noch weiter gestreut. Der Siegeszug der Demokratie in der Region findet unter diesen Bedingungen nicht statt, in der Realität wäre eine Stabilisierung des Status Quo schon ein großer Erfolg.

Georg Watzlawek
Georg Watzlawek
Handelsblatt Online / Ressortleiter Wirtschaft und Politik
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