Toyota
Kommentar: Noch ist es nur eine Delle

Wer hätte das gedacht? Der Autokonzern Toyota ist bekannt dafür, dass von Jahr zu Jahr neue Rekorde aufgestellt werden. Umsatz, Verkaufszahlen und Gewinn gehen im Unterschied zu den meisten Konkurrenten immer nur in eine Richtung – nämlich nach oben. So stieg der Überschuss im vergangenen Jahr um bemerkenswerte 20 Prozent.

Doch was ist das? Am Mittwoch gab die Toyota-Führung die Planung für das neue Geschäftsjahr bekannt – und jetzt soll der Konzerngewinn gerade noch um 0,4 Prozent in die Höhe gehen, der schwächste Anstieg der vergangenen zehn Jahre.

Dass Toyota beim Gewinn mehr oder minder eine Stagnationsphase erreicht, hat seinen Hauptgrund in den USA. Der amerikanische Automarkt wird in diesem Jahr erstmals wieder schrumpfen. Auch die japanische Nummer eins bekommt diese Schwäche zu spüren. Toyota sagt selbst, dass die eigenen Verkaufszahlen in Nordamerika in diesem Jahr gerade noch um 1,6 Prozent zulegen werden – im Vorjahr lag der Zuwachs bei 15 Prozent.

Toyota hat in den vergangenen Jahren in der Tat eine beachtliche Entwicklung gezeigt und fast alle Konkurrenten in die Schranken verwiesen. Aber dass es dem Konzern so gut ergangen ist, hatte im Wesentlichen mit den Erfolgen in den USA zu tun. Ungefähr 60 Prozent des operativen Konzerngewinns kommen heute aus dem US-Geschäft. Läuft es dort schlechter, muss Toyota zwangsläufig einen Gang zurückschalten.

Der japanische Autokonzern sollte sich deshalb in Zukunft weniger auf die USA verlassen und stärker weltweit differenzieren – mit mehr Engagement in Europa und Asien. Wenn Toyota das nicht macht, könnte aus der aktuellen leichten Delle eines Tages ein schwerer Rückschlag werden.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie
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