Toyota
Nur ein Vorteil auf Zeit

Die schiere Zahl allein ist schon beeindruckend. Knapp vier Milliarden Euro operativen Gewinn verbuchte Toyota im abgelaufenen Quartal, rund 44 Prozent mehr als im Vorjahresquartal.

Bei solchen Ergebnissen denkt man heute eher an Mineralölkonzerne als an Autohersteller. Zum Vergleich: Der Traditionskonzern Daimler-Chrysler wäre schon zufrieden, wenn er einen operativen Gewinn von fünf Milliarden Euro erzielen könnte – und zwar im Gesamtjahr 2006.

Doch dieser Spitzengewinn hat einen Schönheitsfehler: Einen großen Teil davon verdankt Toyota dem schwachen Yen. Dank der für sie günstigen Währungsrelation können die Japaner im Ausland konkurrenzlos günstig anbieten – und dabei noch Geld verdienen. Damit macht ihnen beispielsweise die absurde Rabattschlacht in den USA anders als den US-Konkurrenten keine Probleme. Entsprechend steigt der Absatz in den Auslandsmärkten, während er im Heimatmarkt Japan zurückgeht.

Dies zeigt, dass der heutige Gewinn nur ein Vorteil auf Zeit ist. Toyota muss den Geldsegen nutzen, um sich für die Zukunft zu rüsten. Das bedeutet in erster Linie, in Qualitätssicherung zu investieren. Denn die Gefahr ist groß, dass mit dem massiven Absatzwachstum und dem Ausbau der Modellpalette die Qualitätsprobleme zunehmen. Und damit würde Toyota eines seiner besten Verkaufsargumente verspielen. Erste Rückrufaktionen haben gezeigt, dass auch das Vorbild der Branche nicht unfehlbar ist.Daneben sollte Toyota alles daransetzen, weiter die Kosten zu senken. Denn der Preiswettbewerb in den USA und in Europa wird nicht abnehmen. Die Japaner dürfen nicht darauf vertrauen, dass der Rückenwind durch den schwachen Yen auf Dauer bestehen bleibt.

Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum
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