TUI
Keine Gemeinsamkeiten

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Den Anstoß dafür hat Tui-Vorstandschef Michael Frenzel gegeben. Denn er ist von seinem Ziel abgerückt, aus der ehemaligen Preussag einen reinrassigen Tourismus-Konzern zu machen. Stattdessen wollte er mit der Container-Schifffahrt der hundertprozentigen Tochter Hapag-Lloyd eine zweite Ertragssäule pflegen. Doch Reisebranche und Reederei haben so gut wie keine Gemeinsamkeiten.

Besonders in schlechten Zeiten, wenn der Aktienkurs bröckelt, liegt es nahe, dass geldverlierende Aktionäre sich Wege überlegen, wie sie ihr Risiko eingrenzen können. So kommt es nicht ganz überraschend, dass der norwegische Reeder John Fredricksen, der ein Fünf-Prozent-Aktienpaket an der Tui besitzt, einen Vorstoß unternimmt, um die Schifffahrtssparte aus dem Konzern herauszulösen.

Hapag-Lloyd könnte eine schöne Braut sein in einer Branche, die nach schwachen Jahren angesichts des wachsenden Welthandels auf Konsolidierungskurs ist. Schon der Gedanke daran beflügelte gestern den Aktienkurs der Tui, nachdem die zwei Tage zuvor bekanntgegebenen Zahlen aus der Bilanz bereits einen Aufwärtstrend bewirkt hatten. Auf dem Papier ist Fredricksen – und mit ihm alle anderen Anteilseigner auch – ein gutes Stück reicher geworden.

Nun bleibt abzuwarten, ob der Aufsichtsrat den Vorstellungen des Norwegers folgt. Sollte er es tun, bliebe von der heutigen Tui nur noch ein Torso übrig. Nachdem Frenzel bis zum Fredricksen-Vorstoß genau das Gegenteil wollte und das volatile Touristikgeschäft mit der starken Schifffahrt zu stärken suchte, steht der Vorstandschef nun erheblich unter Druck. Falls der Aufsichtsrat der Zerschlagung zustimmt, muss sich Frenzel fragen, ob er nicht besser den Hut nimmt.

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