Tui
Notwendiger Neustart

Die Spekulationen kochen hoch: Welche Schritte muss der kriselnde Touristik- und Schifffahrtskonzern Tui unternehmen, um wieder in ruhiges Fahrwasser und zu deutlich besseren Ergebnissen zu kommen? Prinzipiell ist die Antwort klar: Es muss gespart werden.

Es wird nicht ohne einschneidende Schritte gehen. Auch nicht beim Personal, wie das in solchen Fällen immer heißt. Doch Sparen ist nicht alles. Ein Touristik-Dienstleister kann nicht einfach an allen Ecken und Enden Personal reduzieren. Denn seine Dienstleistungen funktionieren nun einmal nur mit Menschen, und Rationalisierungspotenziale sind irgendwann ausgeschöpft. Auch an ihren Reiseprodukten kann die Tui nur in Maßen sparen. Denn das Unternehmen gilt als ein Reiseveranstalter, der Qualitätsprodukte anbietet.

Hinzu kommt das Dilemma der schieren Größe des Konzerns. Die weithin flächendeckende Präsenz in Europa wird in besseren Zeiten gerne mit Synergieeffekten begründet. Doch diese sind meist geringer als erwartet. Das Reise- und das Konsumverhalten der Europäer ist eben nicht einheitlich, wie der Blick auf die unterschiedlichen Gewohnheiten von Touristen aus Deutschland, Großbritannien oder Frankreich beweist. So weist die Tui in diesem Jahr ein gutes Deutschland-Geschäft aus, doch verhagelt wird es ihr durch miese Zahlen aus England.

Ferner ist dieser schwerfällige Tanker ein integrierter Touristikkonzern, der in allen Wertschöpfungsstufen vom Reisebüro bis zum Hotel präsent ist. An diesem Modell aus besseren Tagen will Konzernchef Michael Frenzel festhalten, auch wenn Wettbewerber längst gegensteuern. Hier zeigt sich das eigentliche Problem der Tui: Auf die Veränderungen im Touristikmarkt wurde bislang mit eher halbherzigen Kurswechseln reagiert. Dabei bedarf es eines mutigen Neuanfangs.

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