TV-Duell bereitet den Grünen Sorge

Wie sich die Grünen an Peer Steinbrück rächen

In einer Ausstellung in Hamburg sind originell bis drastisch verhunzte Wahlplakate zu sehen: Helmut Kohl wurden dicke Lippen geschminkt, Gerhard Schröder bekam von Unbekannten eine rote Clownsnase verpasst, und auf dem Konterfei von Franz Josef Strauß prangt gar ein hitleresker Schnäuzer.
  • Kristian Frigelj (Handelsblatt)

DÜSSELDORF. Der Fotograf Franz Christian Gundlach präsentiert die Verfremdungen unter dem Motto: "Wählergunst und Wählerkunst - Die kleine Rache des Souveräns."

Leise Rachegelüste mochten auch die nordrhein-westfälischen Grünen getrieben haben, als sie eine Karikatur für die letzten Tage bis zur Bundestagswahl ersannen: Sie verfremdeten das Plakat der Linkspartei, auf der ursprünglich ein lachender Oskar Lafontaine und ein ihn anhimmelnder Gregor Gysi zu sehen sind. Die Grünen ließen neue Köpfe montieren: Man sieht, wie der abgewählte nordrhein-westfälische SPD-Ministerpräsident Peer Steinbrück die Unionskanzlerkandidatin Angela Merkel anlacht. Der Slogan lautet: "Gegen die große Koalition hilft nur eins: Zweitstimme Grün."

Es entbehrt nicht einer gewissen politischen Brisanz, dass die Grünen-Führung in Düsseldorf ihren früheren Koalitionspartner Steinbrück als symbolische Abschreckung verschicken, und zwar tausendfach im Postkartenformat an die landesweit 54 Kreisverbände. Die rot-grüne Koalition in NRW galt bis zu ihrer Niederlage am 22. Mai ohnehin als Streitkoalition - auch und gerade nachdem Steinbrück im November 2002 zum Ministerpräsidenten gewählt worden war.

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