TV Rechte Bundesliga
Kommentar: Kofler im Abseits

Die Bundesliga-Vereine haben Premiere aus dem Spiel genommen. Künftig wird der Bezahlsender bei der Ersten Liga leer ausgehen. Der krisengeschüttelte Konzern gerät mit dem Platzverweis in arge Bedrängnis. Denn die Bundesliga ist bisher sein wertvollstes Programm. Einen Ersatz kann es nicht geben.

Wie Vorstandschef Georg Kofler künftig den Sender dauerhaft auf ein wirtschaftlich gesundes Fundament stellen will, ist nun völlig offen. „Ich bin Bergsteiger und bin es gewohnt, auch im schwierigen Gelände einen Weg zu finden“, sagt der frühere Vertraute von Leo Kirch. Wie der Weg allerdings aussehen könnte, vermag der Fernsehmanager nicht zu sagen. Denn einen Plan B gibt es in der Unterföhringer Konzernzentrale nicht.

Kofler hat sich im Pokerspiel um die Bundesliga nicht als geschickter Verhandlungsführer erwiesen. Der risikofreudige Premiere-Chef hat mit seiner Alles-oder-nichts-Strategie die Deutsche Fußball Liga (DFL) verschreckt. Für die Proficlubs zählte am Ende nicht nur die Höhe des Angebots, sondern die Risikoverteilung auf mehrere Sender.

Die Vereine haben den Glauben an Premiere verloren. Die Börse reagierte eindeutig – nämlich in Panik. Der Kurs der Premiere-Aktie stürzte ab. Kein Wunder, in der Branche wird mit einer Massenabwanderung von Abonnenten gerechnet. Hollywood-Streifen, Formel 1 oder Champions League werden nicht ausreichen, um die Zahl der Abonnenten nachhaltig zu steigern.

Mit der Vergabe der Pay-TV-Rechte an das Kabelkonsortium von Unity Media entsteht nun Premiere eine zusätzliche Konkurrenz. Bisher hat Kofler die Kabelkonzerne und ihre eher zaghaften Versuche im Bezahlfernsehen eher belächelt. Diese Zeiten sind mit der Vergabe der Bundesliga-Rechte nun für immer vorbei.

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