UBS
Bitteres Lehrgeld

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Die UBS zahlt viel Lehrgeld, weil sie auf dem US-Hypothekenmarkt auf die falschen Papiere gesetzt hat. Diejenigen, die es schon immer besser wussten, rufen jetzt laut nach einer Änderung der Strategie. Sie halten den Investmentbereich für so überflüssig wie einen Kropf und fordern, dass sich die UBS davon löst.

Sie liegen falsch. Investmentabteilung und Vermögensverwaltung befruchten sich gegenseitig. Die Investmentbank ist in aufstrebenden Märkten die erste vor Ort und verschafft der UBS Präsenz. Der Konzern unterscheidet sich dadurch von der Konkurrenz der Schweizer Vermögensverwalter. Er ist eben kein eidgenössisches Institut mit Filialen in Singapur oder Abu Dhabi, sondern eine Bank, die von China bis Brasilien weltweit aufgestellt ist.

Kunden aus dem einen Segment wechseln bei Bedarf ins andere: Wer einen Börsengang erfolgreich absolviert hat, sucht anschließend einen Verwalter für sein Vermögen. Und wer viel Vermögen hat, interessiert sich als Investor für Börsengänge. Schließlich sorgt das gemeinsame Dach über beiden Abteilungen dafür, dass nicht jeder Bereich mit Eigenkapital unterlegt werden muss.

Es ist also nicht der Investmentbereich, der auf der UBS lastet. Es sind vielmehr die Erwartungen an die UBS, die für den Konzern derzeit zu hoch gesteckt sind. Es sind die Erwartungen, dass eine Bank von untadeligem Ruf selbst in einer Krise das Beste aus dem Geld ihrer Kunden macht. Und dass sie, wenn es mal nicht so rundläuft, möglichst schneller als die Konkurrenz die Notbremse zieht und darüber informiert, was wirklich los ist.

Hier hat die UBS viel Vertrauen verspielt. Das wieder aufzubauen ist jetzt vordringlich. Daran muss die Bank härter arbeiten als an einer neuen Strategie.

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

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