UBS
Vertrauen verspielt

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Dass sitzt. Vier Milliarden Franken hat die Schweizer UBS in den Sand gesetzt. Die Citigroup hat gewarnt, dass ihr Gewinn viel geringer als erwartet ausfällt. Auch die Deutsche Bank ist bereits mit düsteren Prognosen am Markt aufgefallen. Keine Frage: Die Finanzmarktkrise hat die Banken fest im Griff.

Es ist das eine, Opfer einer Krise zu seine. Das andere ist es, rechtzeitig etwas dagegen zu tun. Wer nicht rechtzeitig reagiert, ist verantwortlich, wenn einem die Krise mit voller Wucht trifft. Und er ist auch angesichts total vernetzter Kapitalmärkte dafür verantwortlich, andere mit in den Abgrund zu reißen. Und da muss sich die UBS einiges vorwerfen zu lassen.

Vor drei Monaten als Wort wie Subprime-Krise öffentlich zu erklärungsbedürftigen Begriffen aus dem Lexikon gehörten, hatte die Großbank ihren Chef entlassen. Peter Wuffli ging, ohne dass damals klar wurde, warum. Seit gestern weiß wohl alle Welt, dass unter Wuffli einiges aus dem Ruder gelaufen sein muss. Ansonsten wäre die UBS nur ein Opfer der Krise und nicht eines, dass stärker als andere betroffen ist.

Der Fehler der Bank liegt darin, damals nur mit Oberflächlichkeiten herausgerückt zu sein. Das mögliche Ausmaß der Fehlinvestitionen hat sie damals verschwiegen. Offenbar hatte sie gehofft, bei einem besseren Geschäft das Loch, das sich abzeichnete, unbemerkt schließen zu können. Diese Rechnung ist nicht aufgegangen. Dass die Schweizer Großbank dennoch darauf gesetzt hatte, bezahlt sie jetzt mit dem größten Vertrauensverlust der Geschichte.

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

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