Übergangsgelder für Manager
Kommentar: Wie die Beamten

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Im Streit über Managergehälter gibt es ein neues Thema: das Übergangsgeld. Es suggeriert, dass Führungskräften der Übergang von einem zum anderen Job oder zum Ruhestand finanziell abgesichert werden müsste. Der Begriff ist dem öffentlichen Dienst entlehnt. Was schon zeigt, dass Übergangsgelder in der freien Wirtschaft nichts zu suchen haben.

Manager werden nicht wie Beamte versetzt oder in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Führungskräfte sind Angestellte auf Zeit und haben keinen Anspruch auf Verlängerung ihrer befristeten Verträge. Für dieses Risiko werden sie inzwischen auch in Deutschland angemessen bezahlt. Ihre Bezüge sind meist so bemessen, dass sie erstens am Erfolg der Firma partizipieren und zweitens keine Not leiden, nur weil der Aufsichtsrat nicht verlängern will.

Dass es trotzdem zahlreiche Unternehmen bis hinauf in die Dax-Liga gibt, die teilweise üppige Frührenten zahlen, passt leider in die Zeit. Immer öfter wird versucht, das Risiko der Manager auf null zu reduzieren. Abfindungs- oder Change-in-Control-Klauseln zählen zu den Tricks, die nur den Managern, nicht aber den Unternehmen nutzen.

Aus gutem Grund hat die Corporate-Governance-Kommission gerade Deckel für Abfindungen beschlossen. Den Experten für gute Unternehmensführung sind solche goldenen Fallschirme ein Ärgernis. Dazu sollten auch großzügige Übergangsgelder zählen. Womit wir beim Kern der Sache wären. Dass Manager versuchen, alles für sich herauszuholen, das kann man ihnen (fast) nicht verübeln. Vorstandsverträge werden aber von Kontrollgremien abgesegnet. Wer die Verantwortlichen für solche Fehlentwicklungen sucht, sollte deshalb vor allem in den Aufsichtsräten nachhaken.

Dieter Fockenbrock
Dieter Fockenbrock
Handelsblatt / Chefkorrespondent

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